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stoß gemacht. Dadurch ist VI. und IX. Korps zeitweilig getrennt
worden.)"
Nach späteren genauen Berichten handelte es sich um Stoß
und Gegenstoß, wobei eine Divisionsartillerie des VI, Korps flan-
kierend eingriff, doch statt der gegnerischen Front die eigene
beschoß, so daß diese zurückflutete. Der Brigadegeneral Gössmann
sammelte dann persönlich die Versprengten und führte sie in die
vorderste Linie, mit der er im Bajonettangriff die gegenüber-
liegende Waldlisiere eroberte. Die ganze Linie erhob sich darauf
jubelnd, die Musik des Infanterieregiments Nr. 98 setzte mit der
Volkshymne ein, und alles drängte nach vorwärts, bis der Höhen-
rand erstiegen war.
Tagebuch: ,,Soos spricht telephonisch mit Armeeoberkommando
und erbittet Mitmrkung des X. Korps zur Deckung des linken Flügels
unserer Armee gegen Norden. Armeeoberkommando entscheidet
nichts. Wir sollen mit i. Armeekommando verhandeln. Mittag er-
scheint Situation freundlich. Wir hoffen auf Erfolg der beiden Erz-
herzoge. Peter Ferdinand links, Josef Ferdinand rechts."
,,Überraschender Brief des General Schenk. Schildert Zustand der
15. Infanterietruppendivision indüstemFarben. Ernsteaufmunternde
Worte festigen wieder die Zuversicht des Divisionärs."
,,Boroevid erweist sich als äußerst tüchtiger Führer."
,,4 Uhr nachmittags wieder unangenehme Nachricht. 4. Division
ist nicht nach Osten abmarschiert, mußte sich gegen überlegenen
Angriff von Norden her stellen tmd sogar hinter die Labunka zurück-
gehen ..."
Später stellte sich's heraus, daß die 4. Infanterietruppendivision
wohl an Terrain verlor, aber in heldenmütigem Kampf weit über-
legenen gegnerischen Kräften standhielt und hierdurch ihrer Aufgabe
vollkommen entsprach. Sie büdete den Schild, unter dessen Deckung
die 13. und 25. Infanterietruppendivision zur vollständigenUmfassung
des Feindes einschwenken konnten. In jenem Kampfe zeichneten
sich die Regimenter 49 und 99 besonders aus.
,,6 Uhr abends. Conrad teilt mir mit, daß von Zolkiew her—
also gegen meinen Rücken— eine russische Division im Anmärsche
ist. Er will zwei Kavalleriedivisionen meiner Armee (2. und 6.)
dagegen verwenden. Ich schicke die 6. an die Solokija. Kann nicht
mehr hergeben. Brauche die 2. zur Deckung meiner rechten Flanke.
Von Feldmarschalleutnant Ziegler sehr gut geführt, ist ihr dasMalheur
passiert, daß eine ihrer Brigaden in der Nacht von eigenen Truppen
beschossen wurde. Ein Zwischenfall nach dem andern. Nerven
muß man haben!"
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Eine Lebensschilderung
- Title
- Aus Österreichs Höhe und Niedergang
- Subtitle
- Eine Lebensschilderung
- Author
- Auffenberg von Komarów
- Publisher
- Drei Masken Verlag München
- Location
- München
- Date
- 1921
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.4 x 21.6 cm
- Pages
- 536
- Categories
- Geschichte Nach 1918