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solche „ermunterude Bekanntgaben". Nach frugalem Mahl Abfahrt
von Narol. Scheide ungern. Sieg von Komarow wurde doch hier
entschieden. Aber es ist höchste Zeit, wir sind schon ganz isoliert.
Darum mußte früh auch Fliegerkompanie abrücken. Zahlreiche
Trains im Rückmarsch gegen Jaroslau. Marschieren in guter Ord-
nung. Meldung, daß halbes Bataillon vom Detachement Tuczay^)
Gehorsam verweigert. Ordne telegraphisch genaueste Untersuchung
an. In Lubaczow enorm viel Verwundete. Veranlasse schnelle Eva-
kuierung. Bei Ankunft in Niemirow von Trains und Verwundeten
alles dicht belegt. Divisionstrain der drei Kavallerietruppendivi-
sionen, die gegen den linken Flügel abmarschierten, ziehen durch.
Per Regiment 200 bis 250 marode Handpferde. Wir versuchen uns
im Gebäude des Bezirksrichters einzurichten, aus dem alle Beamten
entflohen sind. In den Abendstunden Abfahrt nach Hruszow. Unter-
kunft in verlassener Offizierswohnung der 6er Dragoner." (Wenige
Tage darauf wurde dasHaus von Russen erbrochen, und was nicht
gestohlen und geraubt, wurde verbrannt.)
,,InNiemirowhabe ichnochMeldung erhalten, daß aus der 26.Land-
wehr-Infanterietruppendivision eine Brigade formiert worden ist.
Führender General meldet, daß die Division fast gar keine Offiziere
mehr hat. Ist eben bei jeder Gelegenheit im Feuer gewesen. Und
zwar in dem der russischen Artillerie, Minengranaten. Situation auf
ganzer Linie sehr gespannt. Hoffentlich macht sich morgen Angriff
der 3,. und 2. Armee kräftig geltend."
„Ich disponiere: »Armeegruppe Erzherzog Josef Ferdinand sowie
linker Flügel— XVII. Korps, Marschbrigaden und die abgesessenen
Kavallerietruppendivisionen 4 und 6 — verteidigungsweises Ge-
fecht, rechter Flügel— VI. und IX. Korps— setzen Angriff fort.'"
,,Bin sehr ermüdet. Finde aber trotzdem keinen Schlaf. Natürlich."
„9. September. ^/zS Uhr früh. Starker Kanonendonner läßt auf
Beginn eines russischen Angriffes schließen. Situationsbericht der
Korps wenig günstig. Josef Ferdinand gedrückt, da seine beiden
Divisionen 3und 8 sehr stark gelitten haben. Auch moralisch. Kämp-
fen eben ununterbrochen und intensiv, schon den 14. Tag. Von meh-
reren Teilen des Schlachtfeldes Meldung über Munitionsmangel. Was
an Zuschub möglich gewesen, ist geschehen. Doch dieser furchtbare
Verbrauch spottet jeder Anstrengung. Artilleriereferent, Oberst Rot-
1) Major Tuczay befehligte ein ungarisches Landsturmbataillon, wo sich
nach und nach auch drei Halbbataillone der Regimenter 18, 21 und ^6 ein-
fanden, die zur Perlustrierimg zurückgelassen wurden. Ordonnanzoffizier
I^eutnant Prinz Windischgraetz (XIV. Korps) führte in einem kritischen Mo-
ment selbsttätig eine Batterie zu, wodurch das Detachement zu dauerndem
Widerstand befähigt wurde.
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Eine Lebensschilderung
- Title
- Aus Österreichs Höhe und Niedergang
- Subtitle
- Eine Lebensschilderung
- Author
- Auffenberg von Komarów
- Publisher
- Drei Masken Verlag München
- Location
- München
- Date
- 1921
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.4 x 21.6 cm
- Pages
- 536
- Categories
- Geschichte Nach 1918