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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Zeit bemerkt haben will. Stimme mit ihm überein, daß man mög- licherweise Sündenbock für Rawa Ruska—Grodek braucht. Zum mindesten sucht. Den werde ich ihnen aber nicht abgeben. Es wird die Zeit schon wieder kommen, wo man reden kann,wo sie einen reden lassen müssen! Dann werde ich auch reden! Habe nicht das Zeug zu einem Benedek. Habe übrigens auch keine Schlacht ver- loren. Gegen das Abenteuer von Rawa Ruska—Grodek hat sich mein gesunder, operativer Sinn vom ersten Moment an gesträubt." ,,Mein Flügeladjutant, Oberstleutnant von Bogusz, wie stets er- geben, bittet mich in seiner aufrichtigen, geraden, etwas herben Art, in Wien meinen Standpunkt kräftigst zur Geltung zu bringen, damit wenigstens äußerliche Genugtuung erfolge. Die Wiener Regierungs- künste und -künstler kennend, werde ich schon wissen, welche Saiten ich aufzuziehen habe!" (Hab's dann doch nicht genügend getroffen.) ,,Vor dem Abendessen kommt Graf Clam. Wie so oft besprechen wir auch diesmal die militärische und die allgemeine Lage. Ich habe mich ihm gegenüber meist ziemlich freimütig ausgesprochen. Waren auch gewöhnlich gleicher Anschauung. Vielleicht ist es nicht klug gewesen, mir kein Blatt vor den Mund zu nehmen." „Letzter Abend im Kreise Armeehauptquartiers. Ruhig, ernst, abgeklärt! Vanitas vanitatum et omnia vanitas!" ,,i. Oktober. Regen, Regen! . . . ,Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter. . . .' Um 9 Uhr kommt Krauß mit Telegramm des Armeeoberkommandos, daß mein Nachfolger, Erzherzog Josef Fer- dinand, um II Uhr zur Kommandoübernahme eintreffen wird. Das ging rasch. Tuen wir desgleichen. Einpacken." „Kurz vor der Abschiedsvorstellung des großen Stabes bringt mir Generalstabshauptmann Aichinger einen mächtigen Bund russischer Achselklappen. Von den meisten Regimentern, davon meine Armee Gefangene eingebracht hat. 44 Stück. Hübsche Zahl und seltene (bisher einzig dastehende) Trophäe. Wird mir daheim Reliquie und historische Erinnerung sein." „Das Herz ist mir schwer. Wünsche voll Rührung meiner braven Armee alles Glück!" „Treffe AutomobÜisten Oberleutnant Gurschner. Bittet mich, Kopfmedaüle für Wiener Rathaus anfertigen zu dürfen." (Ist dann natürlich nicht geschehen.) „Um II Uhr kommt Erzherzog Josef Ferdinand. Kurze Bespre- chung. Er sagt, daß ervollkommenüberraschtgewesen sei usw. usw. Da Erzherzog Friedrich am 27. bei ihm zu kurzem Besuch gewesen, also zu einer Zeit, womeineAmovierungschonlange beschlossen, so ist esschwerzuglauben. WünscheihmdasBestefürseineweiterenWege." 391
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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