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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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mit seiner ii. deutschen Armee dabei die Entscheidung gab, und überhaupt die eigentHch führende Hand war, mochte für Österreich- Ungarn peinlich gewesen sein. Es bedeutete auch für alle Fälle den Beginn der dann stets wachsenden deutschen Suprematie, so daß schließlichunsereTruppenmehroder weniger aufdenRang unbesolde- ter Hüfstruppen herunterglitten. Bei der Gesamtbeurteilung soll dies aber außer Betracht fallen. Allerdings mußte da auch das Glück wesentlich mithelfen, was sich— wie schon erwähnt— im russischen Munitionsmangel manifestierte. Man muß jedoch anderseits die Größe des russischen Entschlusses anerkennen, dessen Leitmotiv gleich vom ersten Moment nach Ein- tritt der Katastrophe dahin ging: die eigenen Heereskörper um jeden Preis von jenen des Gegners rasch loszulösen und dabei auch vor den größten Opfern nicht zurückzuschrecken. Hindenburg mit den Deut- schen und der österreichisch-ungarischen 2. Armee auf der einen, Mackensen und die übrigen österreichisch-ungarischen Armeen auf der anderen Seite taten gewiß das Beste, um die Russen noch am Bug und an den Pripjetsümpfen^) zu stellen und ihnen eine ent- scheidende, nicht mehr gut zu machende Niederlage beizubringen, was aber der geschickten Loslösung der Russen wegen nicht gelang. Dies konnte russischerseits jedoch nur durch großzügige Maßnahmen und durch gewolltes Opfern großer Räume sowie wichtiger Linien und Punkte erfolgen. So geschah es auch, und die Ententeblätter, namentlich die englischen, wanden dem Großfürsten Nikolajewitsch nicht grundlos Ruhmesblätter. Tatsächlich hatte seine Großzügig- keit die russischen Armeen aus einer höchst gefährlichen Situation herausgebracht, ohne daß sie ihre Schlagfertigkeit gänzlich einbüßten, was dann die Mittelmächte noch schmerzlich erfahren sollten. Die Schuld, daß jener allgemeine Rückschlag und der ganz Polen preisgebende Rückzug geschehen mußte, schob Nikolajewitsch dem einst so gefeierten Kriegsminister Suchomlinow zu, den er für die mangelnden Munitionsvorsorgen verantwortlich machte. Im Herbst 1917 wurde Suchomlinow dann zu ewiger Kerkernacht verurteilt. Seine Verurteilung erfolgte jedoch nicht mehr vom Nikolajewitsch- schen Feldgericht, sondern — der mittlerweile eingetretenen Ver- änderung entsprechend— von einem Revolutionstribunal. Nichts- destoweniger wird wolil erst die Geschichte feststellen, ob ihn wirk- lich die Hauptschuld trifft. ^) Die Ungangbarkeit der Pripjetsümpfe, das Polesie, war seit Jahrzehnten zu einem mihtärgeographischenDogma geworden, ähnhch wie jenes derTanew- region. Von letzterem Irrtiim hatteman sich emanzipiert, von ersterem nicht, was man zu eigenem Nachteil empfinden sollte. 450
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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