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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Die in ihrer Art einzig dastehenden, von Maria Theresia und Kaiser Franz I. unterfertigten Statuten dieses Ordens setzten fest, daß er nicht als Ausfluß der Gnade, sondern auf Grund des Antrages eines Ordenskapitels verliehen werde, dem zur Beurteilung ein mit Zeug- nissen belegtes Gesuch des Ordenswerbers vorzulegen war. Dieser Orden ruhte also eigentlich auf demokratischer Basis und — ein gerechtes, unparteiisches und unbeeinflußtes Urteil des Kapitels vor- ausgesetzt— qualifizierte er sich als ein Recht, das sich jeder Offizier auf Grund erwiesener Leistungen erwerben konnte. Maria Theresia und ihr Berater, Graf Kaunitz, hatten da ein geradezu klassisches Beispiel von vorurteilsloser Bewertung wirklicher militärischer Ver- dienste geschaffen. In keinem Staatsakt wurde in derart manifester Weise der kaiserliche Wille zum Ausdruck gebracht, daß nur die Tat ohne ,,Rücksicht auf irgendwelche andere Umstände" den An- spruch zu verleihen habe. Überdies gelangen hierbei in dem Statut die, namentlich für die damalige Zeit, bezeichnenden Worte zum Ausdruck: ,,daß Wir uns selbst die Hände zu binden gnädigst be- schlossen haben." Und wieder verbis expressis wird in den Statuten weiter gesagt, ,,so beladet sich derjenige mit schwerer Verantwortung, welcher aus Leidenschaft, Mißgunst oder anderen Nebenabsichten . . . seine Bestätigungsunterschrift dem Ordenskandidaten verweigert." Sowie: ,,. . . ob sie nach ihrem Gewissen, nach ihrer Pflicht gegen Gott und Uns die Richtigkeit der Tat und der angeführten Um- stände als Männer von Ehre bestätigen können oder nicht ..." Auf Grund dieser Statuten war ich um Verleihung des Ordens ein- gekommen : ' a) für die Schlacht bei Komaröw, b) für die aus eigener Initiative und auf ausschließlich eigene Ver- antwortung bewirkte Aufstellung der 30,5-Automörserbatterien. Ich war von der Ordenswürdigkeit dieser beiden Taten vollkommen überzeugt und brauchte mich dabei gewiß keiner Unbescheidenheit zu zeihen. Und ebenso dachten wohl auch die maßgebendsten Stellen, nur fürchteten sie, daß—nach all den ganzen gegen mich begangenen unsagbaren Mißgriffen— die Ordensverleihung als Selbstdesavouie- rung hätte angesehen werden können. Daher entschloß man sich, diese Verleihung unter allen Umständen hintanzuhalten. Dazu be- diente man sich eines Mittels, das man in seiner Art klassisch nennen kann, und das aller Wahrscheinlichkeit nach in der kaiserlich und königlichen Militärkanzlei ausgeheckt worden war. Mitte Februar wurde mir nämlich vom Kriegsminister eine Note verlesen, die die Mitteüung enthielt, daß auf kaiserlichen Befehl im geheimen eine ehrenrätliche ad hoc-Kommission zusammengetreten 490
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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