Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Page - 209 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 209 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Image of the Page - 209 -

Image of the Page - 209 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text of the Page - 209 -

209 Bruno Kreisky und die italienische Linke – ein Forschungsdesiderat auf eine Solidaritätsadresse14. Während die Sozialdemokratie (in der Saragat als Parteichef 1976 noch einmal ein Kurzzeitcomeback feierte) in der Krise war, war auch die Sozialistische Partei weit davon entfernt, an der Dominanz der Kommunisten im linken Parteienspektrum zu rütteln, deren Attraktivi- tät im Kontext der wirtschaftlichen und politischen Krisen der ersten Hälf- te der 1970er-Jahre und aufgrund der „eurokommunistischen“ Ausrichtung der Partei beständig gewachsen war. Der PSI tendierte durchaus zu einer Aktionseinheit à la union de la gauche wie sie François Mitterrand in Frank- reich praktizierte, während der PCI in Italien jedoch im weiteren Verlauf der 1970er-Jahre zunehmend einen compromesso storico mit der Democrazia Cris- tiana (DC) anstrebte. 3. Nuanciertes Misstrauen: Kreisky und der italienische Eurokommunismus Der als prononcierter Antikommunist bekannte Kreisky hatte diese Entwick- lung seit jeher skeptisch, ja misstrauisch verfolgt. Als andere sozialdemokra- tische und sozialistische Parteien Westeuropas wie die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) unter Willy Brandt sich daran machten einen Dia- log mit reformorientierten kommunistischen Parteien zu wagen15, hielt er die in Opposition befindliche SPÖ als 1967 frischgewählter Parteivorsitzender auf entgegengesetztem Kurs. Er trat zwar auch nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ 1968 für eine Entspannungspolitik gegenüber den kom- munistischen Regimen auf staatlicher Ebene ein, die SPÖ legte sich 1969 je- doch mit der „Eisenstädter Erklärung“ auf eine Ablehnung jeglicher Zusam- menarbeit mit kommunistischen Parteien ob im In- oder im Ausland fest16. Daran änderte auch die Ablehnung der Intervention in der Tschechoslowakei 14 Direzione PSDI an Kreisky, Rom, 18. Februar 1975, Kreisky Archiv, VII.1 Länderboxen, Italien. 15 Die SPD pflegte seit Ende der 1960er-Jahre einen Dialog mit dem PCI. In diesem Rah- men hatte Berlinguer die SPD um diplomatische Unterstützung der italienischen Regierung in der Südtirolfrage mit Österreich ersucht. Vgl. Nikolas Dörr, Die Rote Gefahr. Der italieni- sche Eurokommunismus als sicherheitspolitische Herausforderung für die USA und West- deutschland 1969–1976 (Köln–Weimar–Wien 2017) 207. 16 Robert Kriechbaumer, Die Ära Kreisky. Österreich 1970–1983 (Wien–Köln–Weimar 2006) 41 f.
back to the  book Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung