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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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218 Maximilian Graf Eine weitere Bewährungsprobe sah Kreisky in der Haltung des PCI zur euro- päischen Integration und zur Außenpolitik Italiens im Falle einer Verschärfung der Ost-West-Spannungen32. Kreisky rechtfertigte seine weiterhin von großer Skepsis getragene Haltung angesichts eines sonst in jenen Jahren recht dialogfreundlichen Um- felds: Ich bin nicht aus Prinzip gegen den Dialog mit Kommunisten, sondern nur aus pädagogischen Gründen, um andere davor zu bewahren, Opfer des Kommunismus zu werden. Ja er sah sich gelegentlich sogar zu nachdrücklichen Warnungen veranlasst: Jedoch hört eine kommunistische Partei nicht deshalb grundsätzlich auf, kom- munistisch zu sein, weil sie kein deutlich sichtbares Nahverhältnis zur Sow- jetunion hat. Der Kommunismus tritt überall dort, wo es ihm möglich war, an die Macht zu kommen, in der Erscheinungsform der Diktatur auf. Es gibt keine andere Spielart des Kommunismus als diese. Es gibt bisher nirgends einen demokratischen Kommunismus. Eine kommunistische Partei, die echt diesen Versuch zur Demokratisierung unternehmen würde, müßte aufhören, eine kommunistische Partei zu sein.33 Obwohl Kreisky gegenüber dem „Eurokommunismus“ sehr kritisch geblie- ben war, erstreckte sich das europaweite Kontaktnetzwerk des PCI auch auf die SPÖ. Vermutlich nicht zuletzt deshalb setzte sich Kreisky auch am 24. Par- teitag der SPÖ im Mai 1978 ausführlich mit dem Kommunismus auseinander und warnte die Parteimitglieder vor zu geringer Wachsamkeit. Angesichts der italienischen Gemeindewahlen vom 14./15. Mai 1978, bei denen sich er PCI nur geringfügig verbessern konnte, fragte er sich, ob nun nicht die „Euro- kommunisten“ für das Abschneiden verantwortlich gemacht und es zu einem Prozeß der Reversion der Revision kommen würde. In jenen Tagen bereiteten ihm aber die Folgen des Linksterrorismus in Italien mehr Sorgen34. Am 9. Mai war der am 16. März (dem Tag der geplanten erstmaligen Einbeziehung des PCI in eine Regierung des DC) entführte italienische Ministerpräsident Aldo 32 Kreisky, Zeit 158 f. 33 Ebd. 34 24. Parteitag der Sozialistischen Partei Österreichs, Wien, 19. Mai 1978, in: Kreisky Reden II. (Wien 1981) 730–746; Di Donato, I communisti 205.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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