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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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232 Maximilian Graf Zurück in Wien berichtete Kreisky in seiner Kolumne im „Kurier“ über seine italienische Winterreise. Das Europäische Hochschulinstitut bezeichnete er als eine großartige Einrichtung und freute sich, dass seine Vorträge dort offenbar gut angekommen waren. Fazit: Drei anregende und lehrreiche Tage habe ich dort mit gescheiten Menschen verbracht. Den italienischen Ministerpräsidenten be- zeichnete er als seinen alten Freund, über das Gespräch mit ihm merkte er an: Ich verließ ihn mit dem Eindruck, daß die Probleme des Mittelmeerraums bei ihm in guter Hand sind. Was umso bedeutungsvoller ist, da er ja tatsächlich zu den verläßlichsten Bündnispartnern Amerikas gehört. Craxis Ziel ist die Be- ruhigung der aufgeregten Gemüter – wo immer er dazu Gelegenheit hat. Für italienische Verhältnisse ist er nun schon lange im Amt und hat, wie ich bei einem Kongreß der größten italienischen Gewerkschaft selbst erleben konnte, eine unglaubliche Popularität gewonnen – merkwürdigerweise bei der soge- nannten Basis, die mit ihm politisch gar nicht so sehr übereinstimmt.78 Jedoch auch unter Craxi blieben Regierungskrisen nicht aus. Im Sommer 1986 musst er der DC zugestehen, das Amt des Ministerpräsidenten im März 1987 an Ciriaco De Mita zu übergeben. Craxi wollte diese Vereinbarung nicht einhalten, daraufhin zog die DC ihre Minister aus der Regierung ab und er konnte das endgültige Ende seiner Ministerpräsidentschaft im April 1987 nicht abwenden. Im 1988 erschienenen zweiten Band seiner Memoiren hielt Kreisky fest: Den weltweiten Kampf gegen den Kommunismus gewinnt man nicht mit noch so wohlziselierten Reden gegen die „rote Gefahr“, sondern der Kampf gegen den Kommunismus muß in jedem Staat in den Reihen derer gewon- nen werden, die durch ihn am meisten gefährdet sind. Das scheint mir vor allem jener Teil der Arbeiterschaft zu sein, der entweder arbeitslos ist oder unter besonders schlechten ökonomischen Bedingungen lebt. Darum haben sich Willy Brandt und Helmut Schmidt, Mitterrand und Gonzáles, Papan- dreou und Craxi größere Verdienste in der weltweiten Auseinandersetzung 78 Bruno Kreisky, Zurück von einer italienischen Winterreise, in: Kurier (6. März 1985) 5.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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