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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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247 Italien und der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union (1989–1994) Zum Glück – fuhr Bratina fort – verfolgt die Geschichte eine eigene Logik, die auch eine positive Wende mit sich bringt; wahrscheinlich hätte vor achtzig Jahre niemand gedacht, dass wir heute in diesem Parlament den Beitritt Ös- terreichs zur Europäischen Union ratifizieren würden, denn die historischen Entwicklungen und Veränderungen konnte man sich damals nicht vorstellen. Genau aus diesem Grund jedoch sollten wir intelligent genug sein, zu ver- stehen, dass es wichtig ist, offen zu sein und etwas Positives aufzubauen und daher diesen europäischen Rahmen so betrachten, wie er sich darstellt, mit allen Chancen, Ressourcen, Möglichkeiten, Identitäten und Reichtümern.26 In der italienischen Abgeordnetenkammer wurde die im Senat beschlossene Maßnahme von Mirko Tremaglia, dem Präsidenten des Ausschusses für aus- wärtige und gemeinschaftliche Angelegenheiten, vorgetragen und am 7. De- zember zur Abstimmung gestellt. Aus den Reihen der PDS sprach als Erster Fabio Evangelisti, der einen politischen Rückschritt der Union anprangerte. Dieser war seiner Meinung nach auf eine fehlende gemeinsame Außenpoli- tik beim Zerfall Jugoslawiens zurückzuführen sowie auf das „Nein“ beim norwegischen Referendum und auf die zunehmenden euroskeptischen Be- wegungen. Letztere würden manchmal von fremdenfeindlichen Haltungen begleitet, die eine Folge der sich aus der Auflösung des sozialistischen Blocks ergebenden Migrationsbewegungen seien27. Valdo Spini begrüßte den öster- reichischen EU-Beitritt im Namen der Parlamentsfraktion „Progressisti-fede- rativo“ – zu der die PDS zählte – mit besonderem Enthusiasmus, da dieser die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Wien und Rom stärke: Weiters möchte ich in Bezug auf Österreich betonen, dass es sich um eine für unser Land wichtige Angelegenheit handelt, und zwar die Verlängerung der Grenzlinie zwischen Italien und der Europäischen Union. Bisher hat sich diese Grenze nur auf jene mit Frankreich beschränkt, jetzt wächst sie sowohl quantitativ (in Kilometern) als auch qualitativ durch die Beziehungen, die wir 26 Atti Parlamentari, Senato della Repubblica, XII. Legislaturperiode, 75. Sitzung, Ver- sammlung, stenografischer Bericht, 3. November 1994, 82. (Übers. d. Verf.) 27 Atti Parlamentari, Camera dei deputati, XII. Legislaturperiode, Debatten, Sitzung vom 7. Dezember 1994, 6835–6838.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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