Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Page - 331 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 331 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Image of the Page - 331 -

Image of the Page - 331 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text of the Page - 331 -

331 Die Revision der Staatsbürgerschaftsoptionen von 1939 Pariser Abkommen Aufnahme gefunden hatte, noch nicht ratifiziert; zwei- tens, und dies war wohl der Hauptgrund für die Untätigkeit Wiens, seien die Arbeiten am österreichischen Staatsvertrag in vollem Gang41. Bereits seit Sommer 1946 hatte der Abschluss eines Staatsvertrages eindeutig Vorrang vor der Südtirolfrage gehabt42. Im Jänner 1947 hatten in London die Verhandlun- gen der Sonderbeauftragten und Außenminister-Stellvertreter zum österrei- chischen Staatsvertrag begonnen43 und Gruber glaubte an einen schnellen Vertragsabschluss, weshalb er sich voll und ganz darauf konzentrieren woll- te. Er weigerte sich strikt, die vorgeschlagene Note abzuschicken, versicherte aber, sich nach der Moskauer Außenministerkonferenz, die am 10. März 1947 begann und für Österreich erfolglos enden sollte, um die Angelegenheit zu kümmern. Gruber wollte die Verhandlungen persönlich führen und entnervt schrieb Raffeiner Mitte April 1947 über Gruber in sein Tagebuch: Wenn er nur Zeit hätte!44 Das Interesse Italiens an der Lösung der Optantenfrage war Anfang 1947 zweifellos größer als jenes Österreichs45. Vielleicht auch, wie Gruber meinte, weil Italien die Frage unbedingt noch vor Abschluss des österrei- chischen Staatsvertrags lösen wollte46, mithin im Glauben, es mit einem ver- meintlich (noch) schwachen Verhandlungspartner zu tun zu haben. In den Reihen der SVP war man jedenfalls mehr als enttäuscht über Gruber47, in des- sen Agenda Südtirol nicht an erster Stelle stand und der gute Beziehungen zum wichtigen Nachbarn Italien anstrebte bzw. nicht aufs Spiel setzen wollte. Ganz untätig war Gruber doch nicht gewesen. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin48 fand seit Jänner 1947 ein informeller Meinungsaustausch zwi- schen Maurilio Coppini, dem politischen Vertreter Italiens in Wien, und Ver- 41 Ebd. 42 Michael Gehler, Österreichs Außenpolitik der Zweiten Republik. Von der alliierten Besatzung bis zum Europa des 21. Jahrhunderts, Bd. 1 (Innsbruck–Wien–Bozen 2005) 243. 43 Ebd. 239. 44 Raffeiner, Tagebücher, Eintrag vom 19. 4. 1947, 224. 45 Rolf Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror 1947–1969, Bd. 1 1947–1959 (= Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs 6, Bozen 1999) 106. 46 Bericht des Bundeskanzleramtes, Außenamt über eine Besprechung in Wien am 8. 4. 1947, in: Gehler, Akten zur Südtirol-Politik 2, Dok. 84, 189. 47 Raffeiner, Tagebücher, Eintrag vom 2. 4. 1947, 218. 48 Legationsrat Coppini an Außenminister Pietro Nenni, Wien, 18. 1. 1947, in: DDI X/4, Dok. 672, 773.
back to the  book Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung