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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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378 Federico Scarano tirolern die Mehrheit im Land sichern sollte54. Michael Gamper schrieb hin- gegen im „Volksboten“ und in den „Dolomiten“, dass die Südtirolfrage noch nicht verloren sei und sich das Blatt auf der Friedenskonferenz noch wenden könne. Kompromisse lehnte er ab, nur die Rückkehr zu Österreich werde der Südtiroler Bevölkerung das Überleben sichern, die Fremdherrschaft bedeute ihren Tod55. Nachdem auch die kleinen Grenzanpassungen abgelehnt worden wa- ren, war aus Sicht Grubers eine durch den Friedensvertrag garantierte Au- tonomie Südtirols der einzig gangbare Weg. Die Briten meinten, dies sollte durch ein direktes Abkommen zwischen Italien und Österreich abgesichert werden. Amonn und Raffeiner trafen am 4. Juli 1946 mit Silvio Innocenti, dem Präfekten Bozens, zusammen und erklärten ihm, dass sie bereit wären, mit den italienischen Behörden zusammenzuarbeiten und über das Autonomie- projekt zu sprechen. Ferner zeigten sie ihm auf, dass der dritte Punkt des Parteiprogramms nicht mehr gültig sei56. Der Präfekt Bozens schickte De Gas- peri demnach eine von Amonn und Raffeiner unterzeichnete Erklärung, laut derer die SVP den dritten Punkt seines Programms für ungültig erklärt hätte. Die Partei bemühte sich, die Spannungen in Südtirol zu beruhigen und bat die Regierung, die großzügigste Lösung hinsichtlich der Wiedererlangung der italienischen Staatsbürgerschaft für die Südtiroler Optanten zu gewäh- ren. Die SVP war für eine Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden und mit Innocenti bereit, sie lehnte jedoch die Gründung einer autonomen Region Trentino-Südtirol ab. Innocenti meinte gegenüber De Gasperi aller- dings, es sei nicht zu leugnen, dass die beiden Provinzen durch viele gemein- same Interessen verbunden seien57. Bereits am 13. Juli wollte sich Gruber mit De Gasperi mithilfe des italieni- schen Geschäftsträgers in Wien, Roberto Gaja, treffen. Gruber wollte mit 54 Ebd. 115. 55 Steurer, Südtirol 1943–1946, 81. 56 Steininger, Los von Rom, Doc. 27 284 ff.; Raffeiner, Tagebücher 138. 57 DDI, X Serie, IV 59–60. Die Südtiroler haben daraufhin dieses Memorandum ange- fochten, das De Gasperi von Innocenti präsentiert. Sie behaupteten, dass es gefälscht war; dies scheint jedoch auch ein Bericht des britischen Konsuls in Bozen, K. R. Welbore Kerl, zu bestätigen. Amonn und Raffeiner informierten ihn am 8. Juli und fügten hinzu, dass eine internationale Garantie für die Einhaltung ihrer Rechte notwendig gewesen wäre. Steinin- ger, Los von Rom 100–110, sowie Doc. 27, 284 f.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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