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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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397 Italien und die Südtirolfrage von De Gasperi bis Moro sich an seine Jahre im Exil in Wien, wo auch seine Tochter zur Welt kam. Er war gegen die Neunzehnerkommission, die Österreich die Möglichkeit für weiterreichende Forderungen einräume136. Moro teilte diese Meinung nicht, er zielte auf einen möglichst breiten Konsens. An den Sitzungen zur Südtirol-Thematik konnten interessierte Minister teilnehmen, wie Giulio Andreotti (Verteidigungsminister, dann Minister für Industrie), Roberto Tre- melloni (Finanz-, dann Verteidigungsminister), Paolo Emilio Taviani (Innen- minister), Luigi Gui (Bildungsminister), Oronzo Reale (Justizminister) und Pietro Nenni (stellvertretender Ministerpräsident). Als Experten wohnten diesen Treffen für gewöhnlich auch die Diplomaten Roberto Gaja, Gianfranco Pompei und Mario Toscano bei. Die Widerstände gegen einen Kompromiss in der Südtirolfrage waren in Italien sehr stark. Man befürchtete Racheak- tionen der SVP gegen die italienische Minderheit in Südtirol, was auch in der italienischen Bozener Tageszeitung „Alto Adige“, welche die Regierung Moro der Schwäche beschuldigte, thematisiert wurde. Die extremen Rech- ten der MSI und die Unione Monarchica Italiana (UMI) beschuldigten den Ministerpräsidenten, Südtirol unter seinem Wert verkauft zu haben und be- zeichneten dies als Verrat an den 700.000 gefallenen italienischen Soldaten des Ersten Weltkrieges. Moro erhielt sogar Drohbriefe. Auch wichtige christ- demokratische Politiker wie Innenminister Taviani, Außenminister Amin- tore Fanfani (1965 bis 1968) und der ehemalige Innenminister Scelba hatten Bedenken und wollten Österreich von den Verhandlungen ausschließen. Auch Präsident Antonio Segni betonte am 23. Mai 1964 seine verfassungs- rechtlichen Bedenken und seine Zweifel an der Strategie von Saragat und Moro137. Segni hatte sich diesbezüglich bereits 1961 wie Taviani und Attilio Piccioni geäußert, auch der Mitte-Links Regierung stand er negativ gegen- über. Am 25. Mai 1964 kam es in Genf zu einer weiteren Zusammenkunft der beiden Außenminister. Es wurde beschlossen, in jedem Land Experten- ausschüsse einzusetzen, die sich zu gemeinsamen geheimen Sitzungen tref- fen und die Beschlüsse der Neunzehnerkommission überprüfen sollten. Von italienischer Seite sollten vor allem die Bedingungen kontrolliert werden, an die sich Wien bei einer Streitbeilegungserklärung138 zu halten hatte. Davon 136 Scarano, Aldo Moro 518. 137 Ebd. 519. 138 Toscano, Storia diplomatica 649 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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