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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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544 Hans Heiss zwischen Tirol und Südtirol sorgsam vermiedene Tabu-Themen. Die gegen- seitige Ignoranz und Unkenntnis der wechselseitigen Verhältnisse sind zwar im Alltag faktisch längst anerkannt, werden aber offiziell nicht angesprochen. Dies gilt auch für die Perzeption Tirols und Südtirols aus der Sicht des Tren- tino bzw. aus umgekehrter Richtung. Auch hier bildet die historische Ver- bindung vielfach eine ideologische Klammer, aus der neue Formen der Ko- operation nur mühsam erwachsen. Der Vorfall um Siegerin Venier macht deutlich: Hinter den Beteue- rungen der Zusammengehörigkeit innerhalb der Euregio liegen Formen von Misstrauen und Ablehnung, die sie seit langem begleiten. Trotz aller Bemü- hungen, interregionale Verbindungen neu zu stärken und institutionell aus- zugestalten, trotz mancher Erfolge, ist der Aufbau der Euregio keine lineare Erfolgsgeschichte. Sie ist im Gegenteil auch ein Beispiel dafür, wie sich alte regionale Beziehungsfelder rückbilden und in Schrumpfprozesse verfallen, die eine Wiederaufnahme der Kooperation mühevoll gestalten. Der vorliegende Beitrag skizziert die Genese, die Bedeutung und Ent- wicklungsperspektiven der Euregio Tirol, Südtirol und Trentino im Verlauf der letzten 25 Jahre. In dieser Frist ist die Kooperation zwischen den Ländern neu angelaufen und wurde auf eine zunehmend stabile Basis gestellt, im Be- mühen um grenzüberschreitende, postnationale und notwendige Dimension verstärkter Zusammenarbeit. Die Besonderheit der zentralalpinen Euregio liegt im Vorliegen historisch grundierter Topoi, die aus langer geschichtli- cher Zusammengehörigkeit ableitbar sind. Diese Vorstellung geschichtlich gewachsener „geistig-kultureller Landeseinheit“ wird seit 1945 durch steten Austausch und wichtige Verbindungen vor allem zwischen Tirol und Süd- tirol unterbaut. Diese wichtigen Kanäle werden konterkariert durch jewei- lige Eigenentwicklungen und -interessen, die aber in jüngster Zeit vermehrt durch eine planvollere Sicht auf gemeinsame Problem- und Chancenlagen harmonisiert werden. Der Rückblick auf die letzten Jahrzehnte zeigt zwar aussichtsreiche Entwicklungsansätze, macht aber auch deutlich, wie sehr die Rede vom „Europa der Regionen“ oft genug nur appellativen Charakter trägt und so- gar in illusorische Überhöhung mündet. Wer den Weg hin zu einer stärker Gegenwart, hrsg. von Michael Gehler und Maddalena Guiotto (= Arbeitskreis Europäische Integration, historische Forschungen, Veröffentlichungen 8, Wien-Köln-Weimar 2012).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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