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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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III. Der sowjetische Besatzungsapparat: Struktur und Funktion220 Die Ausgelieferten blieben nur kurze Zeit in Judenburg.269 Per Bahn kamen sie zunächst in das Lager Nr. 304 nach Graz-Liebenau,270 nach Bruck an der Mur oder in das Lager Nr. 80 nach Feldbach, das unter anderem unter der Aufsicht des 25. Grenzregiments stand.271 Das Lager Nr. 80 überwachte ab 269 Am 3. Juni 1945 befanden sich von den insgesamt 27.242 Personen, die bis dahin ausgeliefert wor- den waren, nur mehr 6183 Personen im Lager Judenburg. Die übrigen 21.059 waren bereits an andere Aufnahmelager überstellt worden. Bei der genannten Gesamtzahl unterschied der NKVD zwischen Angehörigen von Vlasov (19.076 Personen) und jenen von Domanov (8166 Personen). Vgl. RGVA, F. 32900, op. 192, d. 220, S. 192, Sondermitteilung des Leiters der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der 3. Ukrainischen Front, Generalmajor Pavlov, an den Militärrat der 3. Ukrainischen Front über die Auslieferung von Vlasov-Angehörigen und Kosaken in Judenburg, 9.6.1945. Abgedruckt in: Karner – Pickl, Die Rote Armee in der Steiermark, Dok. Nr. 90. 270 Zum Lager Liebenau vgl. Barbara Stelzl, Lager in Graz: Zur Unterbringung ausländischer Zivilar- beiter, Kriegsgefangener und KL-Häftlinge 1938–1945, in: Stefan Karner (Hg.), Graz in der NS-Zeit 1938–1945. Graz 1998, S. 353–369, hier: S. 357f.; Petrov – Ruggenthaler – Stelzl-Marx, Repatriierung oder Verbleib in Österreich?, S. 464. Insgesamt wurden zwischen 9. Juni und 8. Juli 1945 mehr als 16.800 Personen über das Lager Nr. 304 in die Sowjetunion transportiert. Vgl. Petrov, Die Inneren Truppen des NKVD/MVD, S. 232. 271 Am 3. Juni 1945 erhielt der Chef des Stabes des 25. Grenzregiments den Befehl, unverzüglich ein Bataillon aus Marburg zur Bewachung des Lagers Nr. 80 „nach Feldbach“ zu verlegen. Vgl. RGVA, F. 32910, op. 1, d. 37, S. 241, Befehl des stv. Chefs der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der 3. Ukrainischen Front, Oberst Nanejšvili, an den Chef des Stabes des 25. Grenzregiments, Major Logvinov, zur Bewachung des Lagers in Feldbach. Abgedruckt in: Karner – Pickl, Die Rote Armee in der Steiermark, Dok. Nr. 87. Hierbei handelte es sich um ein Lager auf dem Areal des Schlossge- bäudes von Hainfeld mit etwa 20.000 Personen. Vgl. Grasmug, 8 Jahrhunderte Feldbach, S. 335. Abb. 26: Der Donkosaken-Ataman Petr Krasnov (Mitte) nach seiner Übergabe an die Sowjets in Judenburg. Er wurde später in Moskau zum Tod verurteilt und hingerichtet. (Quelle: AdBIK, Sammlung Kozinec)
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Stalins Soldaten in Österreich
Subtitle
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Author
Barbara Stelzl-Marx
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
874
Categories
Geschichte Nach 1918
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