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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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2. Freizeit, Erholung, Urlaub 607 bis drei Personen besucht. Dabei wäre die Förderung der selbstständigen Fortbildung die wichtigste Aufgabe dieser Institution, hieß es in „Za čest’ Rodiny“. Schließlich hätten viele der Offiziere während des Krieges verlernt, ihre Freizeit „richtig“ zu gestalten. Außerdem hätten einige Offiziere keine mittlere Ausbildung. Für sie sei eine Abendschule einzurichten.190 Die angesprochenen Kritikpunkte an der Tätigkeit der „Häuser für Offi- ziere“ zeigen vor allem eines: Die Offiziere und ihre Familien wollten sich in ihrer Freizeit möglichst unbeschwert amüsieren. Dazu gehörten Theaterbesu- che, sportliche Aktivitäten, Tanzveranstaltungen. Für trockene Vorträge oder die Lektüre ideologischer Schriften war da wenig Platz. Darüber konnten auch die zahlreich angebrachten Losungen, Plakate und Sowjetsterne nicht hinwegtäuschen. Bezeichnenderweise sahen sich auch die „Leninzimmer“ und Klubs der einzelnen Einheiten mit derselben Problematik konfrontiert. 2.4.2 „Leninzimmer“ und Klubs Während die „Häuser der Offiziere“ – wie der Name schon sagt – nur für die Offiziersränge zugänglich waren, boten die sogenannten „Leninzimmer“ („leninskaja komnata“) den Soldaten und Unteroffizieren ein organisiertes Freizeitprogramm. Generell sollten sie den unteren Rängen ermöglichen, sich „kultiviert“ zu erholen und „ihr Wissen in der Freizeit zu vervollständigen“. Diese typische Einrichtung der Roten bzw. Sowjetischen Armee stellte – im Idealfall – das „Zentrum der politischen Massenarbeit der Rotarmisten und Unteroffiziere in militärischer, politischer und kultureller Hinsicht“ dar. Den Männern hatten die „Leninzimmer“ eine „vernünftige, interessante Entspan- nung am Ende eines anstrengenden Tages“ zu bieten. Auch hier spielte das Leben im Ausland eine Rolle: Der Soldat sollte im „Leninzimmer“ „alles fin- den, was ihn an seine militärische Pflicht, an die Heimat“ erinnerte.191 Selbst Militärspitäler wiesen diese Einrichtung auf.192 Welche Bedeutung der politischen Erziehung auch im Rahmen des Kultur- und Freizeitangebotes zufiel, lässt sich an der gewünschten Standardausstat- tung dieser Räumlichkeiten ablesen. An den Wänden waren die wichtigsten Dokumente in „schöner“ Ausführung anzubringen: Porträts von Politbüro- mitgliedern, Fünfjahrespläne (die die „großartige Zukunft“ der Sowjetunion illustrieren sollten), die bedeutendsten Zitate von Lenin und Stalin über die Rolle der Armee sowie die Aufgaben der Militärangehörigen oder das Gesetz 190 Ebd. 191 Leninskaja komnata, in: Za čest’ Rodiny, 12.4.1946, S. 1. 192 N. Lunev, Nam pišut, in: Za čest’ Rodiny, 28.9.1946, S. 3.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Stalins Soldaten in Österreich
Subtitle
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Author
Barbara Stelzl-Marx
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
874
Categories
Geschichte Nach 1918
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