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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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1. Institutionalisierte Erinnerung im Wandel 699 Statuen und Reliefs bestehende Elemente errichtet wurden. Unübersehbar ist die 85 Meter hohe Monumentalskulptur „Mutter Heimat ruft!“, die sich – zu- nächst noch wegen ihrer körperbetonten Kleidung und ihres eher unmilitäri- schen Aussehens kritisiert – mit ihrem Ausdruck aggressiven Triumphs zum bekanntesten Symbol des siegreichen Krieges entwickelte.30 Für das persönli- che Gedächtnis gewöhnlicher Menschen bleibt da kein Platz.31 Neben den unzähligen Gedenktafeln, Skulpturen, Mahnmalen oder Mo- saiken wie jenen in der Moskauer Metrostation Komsomol’skaja, die über das ganze Land verteilt sind und die Kriegserinnerung im öffentlichen Raum prägen, erfolgte auch eine Musealisierung des „Großen Vaterländischen Krie- ges“. Zu den großen Komplexen zählen primär das 1968 in Wolgograd eröff- nete Panoramamuseum „Stalingrader Schlacht“ („Panorama ‚Stalingradskaja bitva‘“), in dessen Zentrum das größte Panoramagemälde Russlands mit dem Titel „Niederlage der faschistischen Truppen bei Stalingrad“ steht, und das in Kiew errichtete „Museum des Großen Vaterländischen Krieges“. Ein zentrales Moskauer Museum des „Großen Vaterländischen Krieges“ wurde nach jahrzehntelangen Planungen, Diskussionen und dem Druck der Veteranenverbände erst zum 50. Jahrestag des Sieges 1995 fertiggestellt. Das auf einer Fläche von beinahe 140 Hektar verteilte Ensemble auf dem „Ver- neigungshügel“ („Poklennaja Gora“) besteht aus einem halbkreisförmigen Zentralgebäude mit Kuppel, in dem das Museum, eine Gemäldegalerie und Gedenkräume untergebracht sind, einem „Siegespark“ und mehreren Denk- mälern. Kurz nach der Eröffnung wurde es um ein Museum der jüdisch-rus- sischen Geschichte und des Holocaust, eine orthodoxe Kirche, eine Moschee und eine Synagoge ergänzt.32 Das monumentale Gebäude des „Museums des Sieges“ („Muzej Pobedy“) bildet den Hintergrund für den Siegesobelisken mit einer symbolträchtigen Höhe von 141,8 Metern – zehn Zentimeter für je- den Kriegstag. Geschmückt ist das wohl gewaltigste Denkmal Moskaus mit den in Reliefs eingebetteten Namen der „Heldenstädte“. Auch der gewählte Ort des vom georgischen Künstler, Architekten und Bildhauer Zurab Cerete- li geschaffenen Erinnerungskomplexes ist symbolreich: Hier hatte Kutuzov nach Tolstojs Epos „Krieg und Frieden“ 1812 einen Kriegsrat abgehalten, 30 Jahn, Triumph und Trauma, S. 102–105; Sabine Rosemarie Arnold, „Das Beispiel der Heldenstadt wird ewig die Herzen der Völker erfüllen!“ Gedanken zum sowjetischen Totenkult am Beispiel des Gedenkkomplexes in Volgograd, in: Reinhart Koselleck – Michael Jeismann (Hg.), Der politische Totenkult: Kriegerdenkmäler in der Moderne. München 1994, S. 351–374, hier: S. 351f. Zur Ent- stehung des Museums vgl. auch: Federal’noe Archivnoe Agenstvo – Rossijskij Gosudarstvennyj Archiv Novejšej Istorii (Hg.), Pamjatnik Pobedy. Istorija sooruženija memorial’nogo kompleksa pobedy na Poklonnoj gore v Moskve. Sbornik dokumentov 1943–1991 gg. Moskau 2004. 31 Scherbakowa, Zerrissene Erinnerung, S. 35. 32 Jahn, Triumph und Trauma, S. 122–125, 190–193.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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Title
Stalins Soldaten in Österreich
Subtitle
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Author
Barbara Stelzl-Marx
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
874
Categories
Geschichte Nach 1918
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