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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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16110. April 1841 nen und der grandiosität der Peterskirche, wenn man von den galerien im innern der kuppel in die kirche hinabsieht. Beym herunterkommen begegneten wir der herzogin von cambridge, die eben hinauf stieg. Wir aber fuhren fort, déjeunirten und fuhren dann in die villa Borghese, die wir uns besahen. nebst einer menge statuen, busten, vasen, Basreliefs, etc. in magnifiquen großen sälen sind darin hauptsäch- lich die berühmte und sublime venere vincitrice von canova (ein Abbild der Prinzessin Pauline Borghese-Bonaparte), die man nie genug anstaunen kann, und einige statuen von Bernini, nahmentlich ein Apollo und daphne, merkwürdig. hierauf fuhren wir in die Peterskirche und kamen gerade dazu, wie der Papst in Procession aus dem vatican herabkam, um das heilige grab an- zubethen; das Miserere in der Sixtinischen Kapelle war eben vorüber, und ich war nicht dahin gegangen, obwohl es das schönste seyn soll, weil ich das Gedränge fürchtete; ebenso schön aber war das Miserere von Zingarelli in der Peterskirche, welches ich aber leider, des beständigen lärms wegen, nur unvollkommen genießen konnte; um 1/2 7 war Alles zu Ende, und wir fuhren mit litta, etc. in meinem Wagen zurück und speisten in dreien, d.h. tiesen- hausen, karaczonji und ich beym restaurant Bertini, ziemlich gut und so lange, daß es 10 uhr war, bis ich nach hause kam. tiesenhausen engagirt mich, mit ihm nach florenz zu fahren, und zwar am ostermontag nachts nach der girandola1, und ich werde wahrscheinlich seinen Antrag annehmen. [rom] 10. April schon um 1/2 8 uhr heute morgens fuhr ich aus und mit karaczonji nach san giovanni laterano, wo heute die feyerliche taufe der zum christen- thum Bekehrten durch einen cardinal stattfinden sollte. Wir waren wie alle Andern en civil, und die ordnung etc. der ganzen ceremonie den Pfaffen jener kirche überlassen, welche nichts als Protectionen spendirten und un- geheuer grob waren; da ich nun nicht Willens war, mich von Pfaffen und soldaten herumstoßen und ausmachen zu lassen, wie viele sehr ansehnliche herren und damen es thaten, u.a. z.B. Jarcke, welcher sich ein halb dut- zend male von den Wachen bey der gurgel packen ließ, bis er sich endlich hinein drängte, so blieb ich von Weitem stehen oder besah mir unterdessen die kirche, in welcher ein hochamt celebrirt wurde, denn die taufe selbst ging nicht in der kirche, sondern in einem abgesonderten gebäude, dem Battisterio, worin auch constantin getauft worden seyn soll, vor sich. nach beendigter messe begab sich der cardinal en procession in dieses Baptiste- 1 das feuerwerk von der engelsburg.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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