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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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1797. Juni 1841 und mit aller Vehemenz ihres Characters; dann ist man aber auch ein geplagter mann und hat keine chance, unter 10–15 Jahren loszukom- men. [mailand] 3. Juni gestern erhielt ich seit längerer Zeit wieder einen Brief von meiner guten lottum, welche auf mich immer einen so ganz besonderen eindruck machen sowohl wegen meiner ganz besonderen Zuneigung für die schreiberin, als weil sie mich an eine freye, independente epoche meines lebens erinnern, welche, so gott will, in Bälde wiederkehren und mich von all den erbärm- lichen kleinlichkeiten befreyen soll, welche ein maschinenmäßiges, geist, zweck, und thatenloses Leben mit sich führt; manches kocht und arbeitet in mir, welches in kurzem zum Ausbruch kommen wird, und selbst meine große südamerikanische reise, welche fester als je vor mir steht, soll mir nur als mittel zu dem dienen, was ich suche: nahmen, Bedeutung und eine meiner würdige, großartigere thätigkeit. Gräfin Lottum schreibt mir aus Kissingen sehr leidend und angegriffen; sie gibt mir so halb und halb ein rendez-vous in interlacken im laufe dieses Sommers; das wäre doppelt schön, Interlaken und sie; für jedes derselben allein würde ich eine reise unternehmen. so wie die taglioni weg ist, am 12. tanzt sie das letzte mal, mache ich auf einige tage eine disparition von hier und établire mich in irgend einer ein- siedeley, ganz incognito; ich muß meine Gedanken wieder ein Mal sammeln und mit mir selbst ins Klare kommen; hier versplittert man seine Zeit mit lauter riens. gottfried wird mit nächsten hier ankommen, um zu seinem regimente einzurücken; ich freue mich sehr ihn zu sehen. [mailand] 7. Juni heute schrieb mir Auguste [horrocks], wieder wie gewöhnlich einen Brief voll häuslichen Unglück und Verdruß; Dank sey es ihrem butor von Vater, der, scheint es, mit jedem Tag unleidlicher wird; es thut mir wirklich herz- lich leid um die Arme, die in solchen Verhältnissen verkümmern muß; das ist es, worin die Weiber am meisten zu beklagen sind, daß sie keinen Zu- fluchtsort, keine Entschädigung gegen häusliches Ungemach haben; verfolgt sie einmal dieses, so drückt es sie auch darnieder. das Beste aber an der sache ist, daß Auguste, welche hoffnung hat, die- sen sommer einen trip auf den continent zu machen, mir in Baden-Baden ein Rendez-vous gibt; es ist, als ob die Laune des Schicksals sie und die Lot- tum beständig zusammen führen wollte, vor 2 Jahren so wie jetzt. Auch gibt sie mir gute nachrichten von John, welcher in Adelaide-town, vandiemens-
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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