Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
Page - 189 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 189 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Image of the Page - 189 -

Image of the Page - 189 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Text of the Page - 189 -

18920. Juli 1841 frauen die ich kenne. sie ziehen nun bald Alle zusammen nach como. dort ist auch, wie ich gestern hörte, meine freundin larisch-haugwitz, welche ich mir vornehme zu besuchen, sobald ich das fahren vertragen kann; auch soll ich nach Brescia, wo die ronzi singt, kurz figaro quà, figaro là. gottfried liegt noch immer wie ich höre an seinem erstlingstripper dar- nieder; er hat seit seiner Abreise nichts von sich hören lassen; der arme Teu- fel pfeift wahrscheinlich vor Schmerzen; aller Anfang ist schwer. [mailand] 20. Juli heute schrieb mir flore, hardegg hätte ihr unter dem siegel des größten geheimnisses vertraut,daß erzherzog rainer ihm gesagt habe, es sey gerade jetzt etwas für mich im Werke, nähmlich man würde mich mit Avancement nach Triest schicken; nun geht mir zwar das Ding nicht recht in den Kopf, da es mir gar zu unwahrscheinlich vorkömmt; jedoch hat diese Nachricht, so wenig ich auf ihre Wahrheit baue, mich doch ordentlich verstimmt; ich wäre unglücklich, wenn sie sich bestätigte, was ich aber auf keinen Fall glaube; kaum von dem fluche der kleinen städte und spießbürgerlichen existenz erlöst und glücklich in der hoffnung, in meinem leben nichts mehr mit je- ner größten aller Qualen zu thun zu haben, sollte ich wieder in ein solches verwünschtes nest zurück? das wäre zum rasendwerden. Zudem triest, so ganz außer der Welt, jede reise, welche man von dort aus unternehmen wollte, ein wahres Riesenwerk. Die Menschen lauter Halbwilde; freylich wäre es jetzt, wo durch stadion, lanckoronski und Waldstein ein Anfang von gentlemen dahin gekommen ist, um einen gedanken besser, aber noch im- mer schlecht genug, um mich zur Verzweiflung zu bringen; ich habe keinen ehrgeitz, mein reich ist nicht von dieser, d.h. von der Beamten-Welt, den miserablen stolz, ein Paar Jahre früher als ein Anderer gubernialsecretär zu werden, obwohl mir die Besoldung gerade nicht unangenehm wäre, habe ich nicht; je ne demande pas mieux, als que l’on me laisse en repos, und ich befinde mich hier so wohl, daß ich jede Änderung fürchte; hier habe ich was ich brauche, freyheit, geistige nahrung und ein ungebundenes leben, und wenn auch noch manches abgeht, besonders ein gesellschaftliches leben, so verschmerze ich doch gern diesen Abgang über die vielen andern vorzüge dieses Aufenthaltes. darum, nur um gotteswillen, lasse man mich in ruhe, und übrigens scheint es mir auch durchaus nicht wahrscheinlich, daß man so etwas mit mir vorhat; es paßt so gar nicht zu dem maschinenmäßigen Schlendrian unseres Dienstes und zu meiner neuerlichen Abweisung; im vergleich zu der ernennung, mit welcher mir jetzt gedroht wird, würde ich jene Abweisung als eine wahre gnade segnen und dankbar anerkennen. man spricht jetzt hier und in Wien von nichts als der großen handels- crisis in Wien. geimüller und steiner haben um énorme summen fallirt
back to the  book „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“