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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 192 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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Tagebücher192 von seinem urlaub zurück gekommen, deren er, soit dit en passant, alle Jahre 2, jeden von 6 Wochen, nimmt, fand er nebst mir noch einen Beamten der delegation krank, und obwohl ich nun schon seit 3 Wochen zu hause arbeite, also meine Abwesenheit dem Amte nicht fühlbar seyn konnte, so er- hob er doch wie gewöhnlich einen heillosen lärm, rannte zum gouverneur, sagte, die delegation ginge zu grunde, er müsse um eine Aushülfe ansu- chen, etc., und auf ein mal bekam ich ein decret von ihm, worin er mich auf- fordert, mich über den stand meiner gesundheit und darüber zu erklären, wie lange meine unpäßlichkeit noch dauern dürfte. nun war dieß Alles ganz recht, nur ärgerten mich die mauvais procédés, mich ämtlich aufzufordern, nachdem es von ihm eine bloße höflichkeit gewesen wäre, mich davon münd- lich zu préveniren; so etwas hätte mir in Deutschland Niemand gethan; üb- rigens antwortete ich sogleich mittels eines ärtztlichen certificats, daß ich nach vollkommener reconvalescenz noch einen landaufenthalt von 3 Wo- chen bedürfen werde; damit ist nun meine Reise in die Schweitz gedeckt, wenn nähmlich gräfin lottum von sich hören läßt, was bis nun nicht ge- schah; sonst gehe ich weiß Gott wohin, vielleicht nur nach Como, vielleicht nach Algier, und vielleicht nach Baden-Baden. ich arbeite nun wie ein verzweifelter an meinem Buche, mit lust und ei- fer; zugleich fange ich an, mich auf meine südamerickanische Reise zu pre- pariren, welche ich, so gott will, und es nur halbwegs möglich ist, im künf- tigen Jahre unternehmen will. ich habe damit begonnen, Adriano Balbi’s Geographie über jene Länder nachzulesen, womit ich jetzt beschäftigt bin;1 dann will ich ihn selbst, welcher hier lebt, befragen, was ich sonst noch lesen soll. [mailand] 7. August obwohl ich seit 4–5 tagen Abends ausgehen darf, so bin ich doch noch sehr schwach durch das beständige Purgiren und darf mich auch nicht viel be- wegen, um endlich ein mal ganz curirt zu werden. in 10–12 tagen hoffe ich denn doch ein mal wieder freyer herr meiner gliedmaßen zu seyn. Gabrielle erwarte ich am 16. und freue mich sehr, sie zu sehen; sie wird in diesem Augenblick bey unserem Vetter Eduard in Neuhaus (Baiern) seyn; von der rückkehr des hofes weiß man aber noch immer nichts. ebensowenig weiß ich von meiner freundin lottum, die mir nun schon seit 6 Wochen nicht geschrieben hat; ihr letzter Brief war aus Kissingen, und sie erwartete von tag zu tag Briefe, welche es entscheiden sollten, ob sie nach Pommern zurück oder in die schweitz gehen würde. Auf jeden fall 1 Das bekannteste Werk des Geografen Adriano Balbi ist das in zahlreichen Neuauflagen erschienene Abrégé de géographique (Paris 1832).
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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