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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 218 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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Tagebücher218 vorzüge, denn sie haben gar keine conversation und Weltbildung, fühlen sich hors de leur assiette, so wie sich ihnen Jemand nähert, der nicht ih- ren mailändischen Waldgesang mit ihnen singen kann, mit einigen wenigen Ausnahmen, versteht sich. im übrigen gibt es diners etc. die fülle, und man verspricht sich einen animirten Winter, was mir aber ziemlich gleichgültig ist. [mailand] 6. Jänner 1842 heute früh, so war mein Plan bis vor wenigen tagen, sollte ich nach florenz abreisen. clotilde lottum hatte ich bereits davon in kenntniß gesetzt, und morgen Abends wäre ich daselbst eingetroffen, nun fügte es sich aber, daß mein in Wien eingebrachtes Avancementsgesuch gerade in diesen tagen hie- her an den erzherzog kam, und da wollte ich dann nicht gerade jetzt in dem entscheidenden Augenblicke, da er, von dessen votum Alles abhängt, und der mir eben günstig gestimmt war, eine reise unternehmen, für welche ich wenigstens nach seinen bureaukratisch strengen und ziemlich engherzigen Ansichten keinen hinreichenden grund anzuführen vermocht hätte, oder ei- gentlich, ich wollte es dennoch thun und hätte es auch gethan, wich aber endlich den Bitten und Zureden gabrielle’s, und so schrieb ich denn, nach langer und peinlicher unschlüssigkeit, an gräfin lottum (vorgestern), um ihr zu melden, daß ich unausweichlicher umstände halber meine reise bis 14 . oder 15. aufschieben müßte, wenn sie nämlich bis dahin noch in florenz ist, worüber ich erst noch ihre Antwort erwarte, denn neulich schrieb sie mir, sie ginge bald nach rom, was aber dieses bald bedeutet, soll ich noch erfahren, hoffe aber zuversichtlich, sie noch in florenz zu sehen. es hat mich viel gekostet, diese reise aufzuschieben, aber Jedermann hat seine schwa- chen spießbürgerlichen momente, in denen der gedanke an die fleischtöpfe Aegyptens sich mit gewalt geltend macht. das infame schneewetter, welches uns seit einigen tagen über den hals gekommen ist, bestärkte mich übrigens in meiner entschließung und tröstet mich einigermaßen. cotta hat endlich geantwortet, meinen ersten Brief erhielt er nicht, sollte er etwa in unrechte officielle hände gekommen seyn? meinetwegen, es stand nichts Antigouvernementales darinnen, übrigens kann ich es nicht glau- ben, wenigstens nicht, daß dieses die ursache seines verlustes sey. cotta sagt, correspondenzartikel sowol als reisewerk würde er mit vergnügen annehmen, die angedeutete tendenz Beyder sage ihm vollkommen zu, und er werde ein honorar dafür zahlen wie wohl kein anderer verleger, jedoch könne er keine Zahlungen im voraus leisten. somit kann ich auf diese ein- nahmequelle zur unternehmung meiner reise nicht rechnen, doch ver- liere ich deßhalb den muth nicht und sinne um so eifriger auf anderweitige
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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