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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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21917. Jänner 1842 ressourcen, was ich brauche, sind 40–50.000 franken aus fremder hand, schlägt jeder andere Ausweg fehl, so tentire ich dann doch den einer unter- stützung von seite unserer regierung und des Zollvereins. möglichkeit des gelingens ist da, besonders bey meinen verbindungen, und im schlimmsten falle mache ich mich bemerkbar und ziehe die Aufmerksamkeit der mächti- gen auf mich. Zudem scheint unsere regierung wenigstens in finanzsachen gerade jetzt eine energischere aufgeklärtere Bahn einschlagen zu wollen, Be- weis dessen die neue organisation der Bank, die übernahme unserer kolos- salen eisenbahnentwürfe auf staatskosten, welche gerade gegenwärtig alle geister beschäftigt, und endlich der bevorstehende Anschluß an den deut- schen Zollverein, welcher immer wahrscheinlicher und öffentlicher bespro- chen wird. im übrigen gibt es nichts interessantes, der fasching scheint lebhaft wer- den zu wollen, den letzten Jahrestag brachte ich bey spaur zu, wo es eine Art von thé dansant gab, etc. florenz 17. Jänner Abends da bin ich denn endlich. freytag den 14. früh erhielt ich von gräfin lottum eine Antwort auf meinen letzten Brief, sie schreibt mir, sie erwarte mich bestimmt und würde nicht vor ende Jänner florenz verlassen. ich machte dann meine Arrangements mit spaur, hardegg für den vicekönig etc., wel- che mir jetzt durch doppelte rücksichten gebothen waren, da mein gesuch um Beförderung gerade jetzt im besten gange und von meinem delegaten günstig einbegleitet bei spaur liegt, und fuhr samstag nach mitternacht von mailand ab durch eine ungeheuere, unabsehbare schneefläche, denn es war gerade am tage vorher sehr viel frischer schnee gefallen, welcher erst ein paar stunden vor florenz aufhörte, und bey einem unfreundlichen, trüben thauwetter, frühstückte sonntag morgen in Piacenza, speiste in Parma und fuhr überhaupt, ohne mich nur irgendwo aufzuhalten, bis hieher, wo ich ge- gen 9 uhr Abends ankam. so weit es die abscheulichen grundlosen straßen erlauben konnten, fuhr ich ziemlich gut, namentlich der übergang der Ap- peninnen heute früh war schwierig und unangenehm wegen der ungeheuren menge frisch gefallenen schnees. Abentheuer gab es gar keine, ausgenom- men zahllose Plackereyen oder vielmehr Betteleyen mit Pässen, mauthen und Polizey an allen stadtthoren und ländergränzen, ich verwünschte hundertmal alle die kleinen ländchen und ihre fürstchen, welche zu nichts Anderem geschaffen sind, als die reisenden mit unendlicher Wichtigkeit zu tode zu plagen, dann die ewigen Zankereyen mit den Postmeistern wegen der Anzahl der Pferde etc. kurz so angenehm der Aufenthalt in italien ist, so unangenehm ist das reisen, dabey amusirte mich aber die beständige Wuth meines Jägers über die ewigen Betteleyen und Prellereyen, an der päbstli-
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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