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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Tagebücher220 chen grenze wollten sie ihn nicht einlassen, weil er nicht auf meinem Passe stand, und ich mußte dann zur Beseitigung aller Anstände in Bologna um 3 uhr morgens selbst auf die Polizey gehen, die Beamten aus dem schlafe trommeln und meinen Paß vidiren lassen. kaum hatte ich aber den rücken der Appeninen überstiegen und das herrliche Arnothal vor mir, da war al- les ungemach vergessen, und gleich als wollte mich der himmel belohnen, klärte sich das Wetter mit einem male auf, und ich bekam den herrlichsten tag. Als ich aber hier ankam, erwartete mich eine neue déconfiture, im hôtel d’italie, wo ich vorfuhr und wo clotilde lottum wohnt, war kein Platz mehr da, und so fuhr ich nach dem hôtel del nord, wo ich dieselben Zimmer wie- der einnahm, die ich im vorigen Jahre mit tiesenhausen bewohnt hatte. meine Absicht war gewesen, mich noch anzukleiden und ins theater zu ge- hen, in der hoffnung dort Jemanden meiner Bekannten zu finden, da ich aber hörte, daß heute Abends Ball beym englischen gesandten sey, so blieb ich ruhig zu hause. so gott will, stehen mir nun einige angenehme tage bevor in mehr als ei- ner hinsicht, schade, daß ich am 1. schon wieder in mailand seyn muß, und schade auch, daß ich mit c. nicht unter einem dache wohne, so sind nun alle meine schritte und Besuche bei ihr viel bemerkbarer und gefährdeter, was ist das doch fatal! in mailand hatte sich in den letzten tagen wenig interessantes zuge- tragen, es gab einige Bälle bey hofe und sonst diners etc. den Abend vor meiner improvisirten Abreise brachte ich in einer soirée bey einer Baroninn Bender zu, in welche ich so ziemlich wie Pontius ins credo kam. hofmann1 hat geantwortet und sich, nach vorläufiger einsicht und Be- stimmung des honorars, zur übernahme bereit erklärt. das manuskript dürfte nun wohl schon in seinen händen seyn, das honorar zu bestimmen, bleibt ihm ganz überlassen, so lautete die Antwort. Wegen meines reiseprojektes nichts neues und auch immer die ungewiß- heit wegen Aufbringung der nöthigen geldsummen, auf jeden fall gehe ich ende februar nach Wien, um das mögliche zu versuchen, und sollte es dann doch aufgeschoben werden müssen, so will ich mir die frist zum studieren auf die reise, vorzüglich aber dazu zu nutzen machen, mir einen nahmen zu erwerben, der mir bey verwirklichung meines Planes behülflich sein soll. [florenz] 18. Jänner heute früh schickte ich clotilde lottum ein Billett, um sie zu fragen, wann sie mich empfangen wollte, und ging, nachdem ich ihre Antwort erhalten, 1 tatsächlich Julius campe, der chef des hamburger verlagshauses hoffmann & campe.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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