Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
Page - 222 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 222 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Image of the Page - 222 -

Image of the Page - 222 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Text of the Page - 222 -

Tagebücher222 ten, sonst gibt es wenig große Bälle, dagegen viel Abende, an denen bald dieser bald jener empfängt, so die orloff’s, lobanoff, mourawieff, etc. Auch rom soll heuer zwar sehr besucht, jedoch wenig animirt seyn, es gibt große spaltungen in der gesellschaft, unter andern eine heftige Brouillerie zwi- schen lützow und doria Pamphili. dagegen ist neapel sehr brillant, und so auch nizza. [florenz] 20. Jänner vormittags gestern gegen mittag zog ich endlich ins hôtel d’italie, wo ich, jedoch nur einstweilen und bis ein kleineres ganz in der nähe der gräfin lottum leer wird, ein wahrhaft königliches Appartement bewohne, mit einem salon, in welchem ich ganz florenz tanzen lassen könnte. ich hätte gerne gegen mittag ein tête-à-tête mit meiner geliebten clotilde gehabt, weil ich manches mit ihr zu besprechen hatte, erstlich wegen unse- rer verabredeten rendezvous am Abende, dann hatte ich ihr zu erklären, weßhalb ich nicht schon am tage vorher hatte einziehen können und daher unser erstes rendezvous zu Wasser wurde etc. sie lag aber noch im Bette und schickte mich fort. Ziemlich ärgerlich darüber wanderte ich in den Palazzo Pitti, wo ich resi thurn besuchte, die da eine sainte famille von Andrea del sarti kopiert, es war da ihre mutter, ein junger russe froloff, der resi die cour zu machen schien, und mehrere andere herrn. nach 1 uhr ging ich wieder zu lottum, wo ich mehrere herrn fand und daher kein unbewachtes Wort mit ihr re- den konnte. Abermals ein grund zur üblen laune für mich, überhaupt ist es nicht so leicht als man glaubt, vor der Welt sein näheres verhältniß zu einer frau, welcher viel die cour gemacht wird, wie es hier der fall ist, zu verber- gen und bloß die rolle eines gewöhnlichen Besuchers zu spielen, besonders da die frauen ihrerseits in diesem spiele eine wahre meisterschaft besit- zen, die einen zur verzweiflung bringen möchte, auch mir wird meine rolle manchmal wirklich sauer. später besuchte ich graf reviczky, welcher an der gicht leidend auf dem sopha lag, ich fand bey ihm Anfangs ferdinand egger aus klagenfurt, seine frau traf ich nicht, ich hätte gestern Abends bey thurn thee trinken sollen, wo auch gräfin reviczky seyn sollte, aber lottum, die sie nicht leiden mag, verboth mir kurzweg, dahin zu gehen, und ich brachte ihr dieses opfer um so lieber, als ich die Person selbst durchaus nicht liebe mit ihren zahllosen Affectationen und minauderieen, welche ganz de mauvaise compagnie sind. dann hatten wir ein sehr angenehmes diner bey orloff: clotilde lottum, Putbus, die meyendorfs, ein marquis de colbert, und sein schwager mr. de chabrittant, ich wußte es so einzurichten, daß ich neben lottum zu sitzen kam, und da wurde dann stoßweise, so oft gerade niemand aufhorchte, ein
back to the  book „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“