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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 225 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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22522. Jänner 1842 comité und ein für allemal in ihre loge ein, zu clotildens großem Ärger, wel- che mir wenigstens das in ihre loge gehen verbieten will. ich traf bei loba- noff (de l’île de cuba-sou-bas wie Julie samoyloff sagte) hélène Würtemberg, welche mir sagte, in mailand nach mir geschickt zu haben, louis Zichy, der ganz scheußlich aussieht, die gräfin larochePouchin-czartorisky,1 mehrere andere alte Bekannte. gegen 6 uhr ging ich fort, einen moment vor gräfin lottum, und erwartete ihre heimkehr, dann stahl ich mich zu ihr hinauf und brachte eine selige stunde bey ihr zu, sie war schöner und verliebter als je. die frau macht mich ganz zum narren und refusirt mir doch noch immer das letzte, jedoch hat sie mir zugesagt, daß ihre rigueurs heute aufhören würden, sie fürchtet sich aber vor der schwangerschaft, und da will ich denn heute die nöthigen emplettes machen. [florenz] 22. Jänner vormittags gestern früh 1 uhr ging ich zu clotilde und hatte glücklicherweise ein tête- à-tête von einer stunde mit ihr, worauf sie ausfuhr, und ich in den Palazzo Pitti ging, um mit gräfin thurn zu sprechen, da nämlich clotilde am Abende zu hause bleiben und mich früh erwarten wollte, so contrariirte uns Beyde meine soirée bey Wasa nicht wenig, und da wollte ich denn von thurn erfah- ren, wie lange sie gewöhnlich dauere, und ob man sich nicht früher wegma- chen könnte. das that ich dann und mußte dabey manche Plaisanteries we- gen der guten lottum aushalten, überhaupt scheint unser verhältniß trotz aller klugheit ziemlich allbekannt zu seyn. dann ging ich in die cascinen spatzieren, wohin mich clotilde bestellt hatte, ich traf sie da mit einer mlle de choiseul, die ich einmal bey Julie sa- moyloff gesehen hatte, wir promenirten eine Zeit lang, und als sie wieder in den Wagen stieg, ging ich nach hause, und wohin? wieder zu meiner angebe- theten clotilde, sie hatte mich heute früh auf 1/2 5 uhr bestellt, um ihr die Antwort der gräfin thurn zu bringen, und trotz unserer Zusammenkunft in den cascinen ließ ich mir dieses zweyte rendezvous nicht nehmen. meine leidenschaft, ich kann wohl sagen unsere, denn sie liebt mich wirklich und heftig, nimmt mit jedem tage zu, sie ist so zärtlich, so hingebend und ohne rückhalt und dabey so voll liebenswürdigkeit, Anmuth und grazie, daß ich keine Worte finde, um das auszusprechen, was ich für sie empfinde, ein so feiner, köstlicher Witz, so viel Adel und grace in allen ihren Bewegungen, und im körper sowie in der seele. um 5 uhr besuchte ich louis Zichy, den ich ganz als vieux goutteux im schlafrock und lehnsessel fand, ich blieb dort beym essen, in dreyen, d.i. 1 Prinzessin maria susanna czartoryska war seit 1839 mit comte Achille de la roche-Pou- chin verheiratet.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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