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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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2537. Februar 1842 fand ich mutter und tochter uechtritz, erstere in thränen aufgelöst, und der Prinz, der bald darauf herein kam, entschuldigte das nichterscheinen seiner frau mit einer unpäßlichkeit. damit combinirte ich nun, daß ich im hinfahren den Wagen Jerôme montforts begegnet habe, welcher der Prin- zessinn sehr auffallend die cour macht, und wegen dessen es schon szenen abgesetzt haben soll. ich blieb somit nicht lange, sondern fuhr zu hélène Würtemberg, welche mir geschrieben hatte, ich möchte vor meiner Abreise auch auf einen Augen- blick zu ihr kommen. Bey ihr fand ich die marquise martellini, obersthof- meisterin, sammt ihren töchtern, dann die thurns, froloff etc. nachdem ich eine tasse thee getrunken hatte, empfahl ich mich unter einem vorwande, denn clotilde erwartete mich ebenfalls zu einem thee unter 4, oder eigent- lich unter 6 Augen, denn später kam auch madame vivier, mit der sie heute en masque gehen sollte, und die bereits im domino erschien. es war ein sehr angenehmer und vergnügter Abend – warum der letzte? so lange wir allein waren, war clotilde unerschöpflich in Zärtlichkeit und liebe gegen mich, und als mad. vivier kam, genirte sie uns nicht stark und amusirte uns sehr durch ihre guten einfälle und besonders durch die charmanten lieder und liedchen, lustige und traurige, welche sie uns zum clavier vorsang si tu ne peux m’aimer eh bien ne m’aime pas J’en aurai des regrets mais je n’en mourrai pas sogar die alte schöne erinnerung von 1836, das schottische lied: cease your funning, heute hörte ich es zum ersten male von einer andern als von Augu- ste singen. so blieben wir bis nach 11 uhr beysammen, dann maskirte sich clotilde auch, worüber es dann großes gelächter gab, und dann fuhren sie Beyde in mad. vivier’s Wagen ab, ich gleich darauf auch und in die Pergola. da war dann im Parterre, auf der Bühne und in den sälen eine solche foule, daß man sich kaum bewegen konnte, ich ließ mich da unter den masquen eine stunde lang herum stoßen in der hoffnung, meine beyden masken zu finden, endlich erblickte ich sie in der loge bei orloff, sie waren Beyde sehr brillant und immer entourirt von einer menge herren, besonders clotilde war, wie ich sah und hörte, voll geist und Witz und machte fureur, ich suchte sie immer soviel als möglich im Auge zu behalten, machte aber doch mehrere nothwendige kurze Abschiedsvisiten, als bey reviczky, orloff, hélène Wür- temberg, la rochePouchin, Poniatowsky, choiseul, Bonetta etc., war aber trotz dem sehr okkupirt und zerstreut und kann eben nicht sagen, daß ich
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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