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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Tagebücher270 wohin sie zu reisen gedenkt, um sich darüber zu trösten, daß trautmansdorff geheirathet hat,1 das costume, in dem sie mich empfing, war so reitzend, und ihre Arme so blendend weiß, daß ich böse gedanken hatte, die mich noch nicht verlassen haben. Was sie dort sucht, könnte sie ja auch hier finden. fürstin thérèse [esterházy] habe ich trotz mehrerer Besuche noch nicht ge- sehen, sie ist leidend und thut auf einmahl sehr zärtlich mit ihrem manne, der seinerseits nicht ohne sie leben kann! seine erkrankung in regensburg hatte keinen andern grund als a broken heart um seine ehehälfte! Was man doch nicht Alles erlebt! nil desperandum, never despair, my father said when he lost his hair – auf der etiquette eines fläschchens von macassas oil.2 ihre tochter marie chorinsky scheint sich hievon kein Beyspiel nehmen zu wollen, denn sie gibt sehr viel zu reden: heute ein rendezvous auf der re- doute verabredet, bey einer marchandemodes mit dem neveu des englischen Botschafters, mr. gordon, dann wieder eine szene vorgestern in der kirche mit einem menschen, der sie insultiren wollte etc., kurz, un tas d’histoires, endlich ein anonymer Brief an ihren bisherigen courmacher Paul Zichy, worüber dieser knall und fall nach constantinopel reiste, das sind so die hauptcancans in der stadt, dazu die resignation, oder wie andre wollen, die Abdankung der uechtritz von ihrem Platze bey Wasa, das testament lord hertfords, über welches Zichys hier noch immer im ungewissen und dans les angoisses sind,3 Pepi esterhazy und seine frau, die der hof aus religiösen skrupeln noch immer nicht sehen will4 und somit auch die Wiener socie- tät, servile wie sie ist, die intriguen der gräfin moky, um ihren sohn victor an die immens reiche gräfin Branyitska in rußland zu verheirathen, eine wahnsinnige passion vincenz Auerspergs für fürstinn lorchen [schwarzen- berg] und, wie man sagt, ihrerseits für ihren cousina edmund, etc. Justine [erdödy] ist sehr krank, sie hat den typhus, und ich zweifle sehr an ihrem Aufkommen, es thäte mir sehr leid um sie und namentlich um ihre familie, steffi mitinbegriffen, ich gehe oft hinaus, namentlich des Abends. 1 fürst ferdinand trauttmansdorff hatte am 17.7.1841 Prinzessin Anna liechtenstein ge- heiratet. 2 macassa – ebenholz. 3 Zu den entwicklungen um das testament des am 1.3.1842 verstorbenen francis seymour- Conway Marquis of Hertford und die darin bedachten Schwestern Gräfin Charlotte Zichy und Gräfin Mathilde Berchtold, geb. Strachan, siehe Einträge v. 10.7. und 29.10.1842. Mar- quis hertford war vormund von mathilde strachan. 4 graf Josef esterházy war seit 1841 mit Jelena Brazobazowa, einer orthodoxen russin, ver- heiratet. seine erste, 1820 verstorbene frau war eine tochter des staatskanzlers klemens Wenzel fürst metternich. a korrigiert von schwager. es ist unklar, wer damit gemeint ist. Weder ein cousin ersten grades noch ein schwager von fürstin eleonore schwarzenberg mit diesem vornamen ist feststellbar.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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