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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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27926. April 1842 greiflicher Weise noch immer keine Antwort habe) und Weikersheim, der nächstens selbst dahin abgeht, um von dort aus bey graf stadion und dem dortigen handelsstande eine theilnahme an meinen Projekten zu erwirken, nebst meinen démarchen durch und bey kübeck, szécsén und Bombelles habe ich meinen alten udineser kameraden dilgskron bey der staatskanz- ley dazu benützt, daß ich hoffe, friedrichsthals Papiere in die hände zu be- kommen, um sie zu durchsehen und wo möglich zu ordnen, dann habe ich mir durch meinen Banquier cohn sowie auch durch meinen reisegefährten in dalmatien, Baron friesenhof, alle möglichen Aufschlüsse und erkundi- gungen verschafft und erwarte davon zum theile noch, deren ich bedurfte, ich habe alle litterärischen hülfsquellen des clubs und andere exploitirt, endlich habe ich nicht nur den erzherzog Johann, sondern auch den hierin sehr einflußreichen hofrath esch, meinen alten Bekannten, in der Art pre- parirt, daß ich nun en cas de besoin ohne Anstand mit ihnen das Weitere be- sprechen kann, ich habe das terrain überhaupt sondirt und ziemlich genau kennen gelernt, möge Alles dieses nicht umsonst gewesen seyn! sonst wenig Besonderes, wir sind vom Winter auf einmal in den som- mer gerathen. von clotilde weiß ich nichts, als daß mir gräfin orloff ge- stern als Antwort auf meine empfehlung der gräfin natalie Palffy schrieb, sie sey sehr leidend. mai je n’y comprends rien. tendler schrieb mir neulich, er wisse noch nichts Bestimmtes von campe. das wird impatientant. meine geldangelegenheit rückt nicht von der stelle, in görz sind sie Alle des teu- fels, und ich möchte es werden, mit der Ausspielung von Papariano ist es nichts, denn es werden unbedingt keine Befugnisse mehr ertheilt, wegen des Werburger lehens sieht es ebenfalls schlecht aus, denn es scheint so unbedeutend, daß es kaum mehr der mühe lohnt, schritte zu thun.1 ler- chenfelds gehen am mittwoche den 27. weg, letzthin besuchte ich auf dem theater der leopoldstadt meine alte flamme aus münchen und grätz, ida legesitt, die noch recht gut aussieht und mir ein rendezvous gab, welches ich aber noch nicht einhalten konnte, etc. [Wien] 26. April Abends meine leisen Befürchtungen sind eingetroffen. heute kam die versprochene mittheilung von kübeck, sie war ganz kurz und besagte: durch die rela- tionen neuerlicher reisender so wie durch die laufenden consulats- und gesandtschaftsberichte sey die regierung hinlänglich über jene gegenden 1 Zur Verbesserung seiner finanziellen Lage versuchte Andrian, seine Anteile am Famili- engut Papariano zu verkaufen. Außerdem bemühte er sich wie sein vater, wenn auch nur halbherzig, um den angeblichen stammsitz der familie, schloss Werburg (Wehrburg) in tisens bei meran (tirol).
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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