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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Tagebücher340 staatsmann“ als schafskopf, hundsfott, oder hasenfuß. übrigens ist die hand, die serbien in Aufstand gebracht hat, noch ziemlich undeutlich, und ungewiß, ob es von rußland oder von der Pforte ausgegangen, in jedem falle aber ist gewiß, daß rußland daraus vortheil ziehen wird, ja schon, wie in der Wallachey, daraus gezogen hat. nebst diesen Begebenheiten ist das neueste der friede mit china und Afghanistan, in beyden ländern für england glorreich und nützlich, endlich eine sehr ernste empörung in Barcelona.1 [mailand] 7. dezember da erzherzog stephan nun schon seit einiger Zeit in Wien zurück ist, so habe ich dieser tage an Breda geschrieben, und zwar eine lange epistel, darauf berechnet, diesem vorgelegt zu werden. ich hoffe, er wird nun bey nächster gelegenheit mit graf kolowrat darüber sprechen, und da kübeck die sache in frischem Angedenken hat, témoin dessen sein, oder eigentlich geringer’s letzter Brief, da ich nebstdem nächstens an hartig schreiben werde, und ich auch sonst von allen seiten Alles so gut als möglich vorberei- tet habe, so hoffe ich binnen kurzem etwas entscheidendes zu erfahren und endlich einmahl aus dieser ungewißheit zu kommen, das thut wirklich noth. diese entscheidung wird darin bestehen, ob man mir von seiten der regie- rung eine pekuniaire unterstützung geben wird oder nicht. einen strich durch meine rechnung aber macht die krankheit fürst metternich’s, welche bedenklicher zu seyn scheint als man glaubt, es ist ihm eine beynahe gänz- liche ruhe anbefohlen, und sein kopf soll sehr angegriffen seyn. von dieser seite wäre daher für den Augenblick nichts zu erwarten. die Abreise des hofes nach venedig ist ins unbestimmte verschoben, der Erzherzog befindet sich noch immer nicht ganz wohl, dagegen hat er ganz unglaublicherweise bey seinen haushälterischen ruhigen gewohnheiten, eine villa am comer see, die villa del pizzo, gekauft und will dort seine leidenschaft der Botanik befriedigen und exotische gewächse in freyem Boden pflanzen. Erzherzog Carl Ferdinand hat den Scharlach, und somit sind auch seine beyden kammerherren abgesperrt zum großen Ärger der 1 Im Frieden von Nanking v. 29.8.1842 (Ende des Opiumkriegs) verpflichtete sich China zur öffnung von fünf häfen, darunter kanton und schanghai, für den internationalen handel und trat die insel hongkong an großbritannien ab. nachdem ende 1841 Aufständische die britischen truppen in Afghanistan vernichtend geschlagen und aus dem land vertrieben hat- ten, eroberte ein britisches expeditionskorps im herbst 1842 kabul zurück und brannte es nieder, worauf ein den Briten genehmer herrscher eingesetzt wurde. der Aufstand in der republikanischen hochburg Barcelona gegen die regentschaft von general Baldomero espar- tero herzog v. victoria wurde niedergeschlagen, jedoch brach im mai 1843 eine neuerliche re- volte aus, die zur niederlage esparteros und seiner flucht nach england im Juli 1843 führte.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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