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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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3831. Mai 1843 führlichen durch alle 4 nummern fortlaufenden Artikel besprochen wird, der verfasser ist Wienbarg selbst, es werden sehr umfassende Auszüge aus derselben gegeben und überhaupt der ganze ideengang von Anfang bis zu ende, und meist mit den eigenen Worten der schrift, auszugsweise wie- dergegeben.1 das endurtheil ist ein getheiltes, er nennt die schrift epoche machend für oesterreich und seine politische litteratur wie keine andere seit A. grün’s Wiener spatziergängen,2 zitirt eine menge stellen und An- sichten mit lebhaftem Beyfalle und findet doch auf der andern seite eine menge dinge zu tadeln, besonders was den technischen schriftstellerischen theil anbelangt, er spricht von ungeeigneten Bildern, ungebildeter form etc. übertrieben findet er die darstellung von frankreichs machtentwicklungen nach Außen und von dem angeblichen einflusse Preußens auf die öffentliche meinung in deutschland. die, wie er wiederholt bemerkt, vorherrschende aristokratische tendenz will auch ihm nicht recht behagen, obwohl er die de- cidirt liberale gesinnung lobend anerkennt und den unbekannten verfasser in dieser wie in manch anderer Beziehung über Bülow-cummerow stellt, etc. in einer derselben nummern steht ein correspondenzartikel, worin es heißt, man halte allgemein den grafen Boucquoy (Peter) für den verfasser.3 nur zu, das macht einen spaß, all das aus dem verstecke so mit anzu- sehen. Aber wundern mußte ich mich selbst, daß diese widersprechenden urtheile keinen stärkern eindruck auf mich machten. ruhm, Popularität, vielleicht auch reelle politische stellung ist da nicht zu erwerben, weil der nahme unbekannt bleibt. der glaube an mich selbst aber steht zu fest, als daß er durch die meinungen Anderer gestärkt oder erschüttert werden könnte. doch aber gestehe ich, daß mir bey der stelle von dem epoche ma- chen ein Bischen warm ums herz wurde. ich lese jetzt viel in deutschen Blättern und periodischen schriften, halte mir deren manche selbst und bekomme andere geliehen oder zugeschickt. der praktische geist, der in ihnen weht, thut mir wohl, überall fortschritt, wenn auch nicht immer in der that, so doch im vorschlage, und ich habe genug vom „deutschen michel“ in mir, um mich selbst über das letztere zu erfreuen. doch meine ich, thäte es dem deutschen Journalismus sehr noth, daß wenigstens die angesehensten organe desselben in eine fortwährende 1 Hamburger literarische und kritische Blätter 19 (1843) Bd. 1, Nr. 34 v. 20.3., 265–268; Nr. 35 v. 22.3., 273–275, Nr. 36 v. 25.3., 281–284; und Nr. 37 v. 27.3., 289–291. Die Rezension ist zum teil gedruckt in rietra, Wirkungsgeschichte, 137–139. 2 Anastasius grün (d.i. graf Anton Alexander Auersperg), spaziergänge eines Wiener Poe- ten (hamburg 1831). 3 In den einschlägigen Genealogien der gräflichen Familie Buquoy de Longueval lässt sich kein Peter finden. Mehrfach als möglicher Autor genannt wurde jedoch Graf Georg Franz August Buquoy (1781–1851), ein bekannter gegner des fürsten metternich.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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