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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Tagebücher390 und dann fuhr Alles zur regatta und ich zu Pascotini, wo wir vom Balkon die vorbereitungen und das erste vorbeyfahren der gondeln ansahen, und dann zu fuße auf die municipalità gingen, wo der ganze beau monde ver- sammelt war, darunter erzherzog friedrich, der regierende herzog von Braunschweig und der herzog von Bordeaux, der von Padua, wo er die fan- ghi braucht, herübergekommen war. er bezeugte viel freude mich zu sehen, ich fand ihn ziemlich unverändert, bis auf collier grec und schnurrbart, die ihn recht gut ließen, doch noch ziemlich stark hinkend von seinem Beinbru- che.1 Als die Regatta zu Ende war, fing das eigentliche Spektakel erst an, das unbeschreibliche getümmel von gondeln und Barken aller Art, die unzahl menschen an allen fenstern des canal grande, ein superber und einziger Anblick. ich fuhr lange mit Zichy, dann allein herum und endlich wieder auf die municipalitaet, um eine Art von feuerwerk zu sehen. nach 9 uhr ging ich in die fenice. das theater war äußerst brillant, man gab Zampa und das wohlbekannte Ballet giselle, worin die cerrito heuer in mailand getanzt hatte. hier war es dlle fitzjames, und zwar ziemlich gut. ich machte verschiedene visiten in logen, und zwar bey der schönen gal- vagna-Albrizzi, bey thurn etc. und endlich bey reviczky, welche heute éb- louissanter war als je. diesen Armen und diesem nacken und Busen wäre der heilige Antonius nicht widerstanden. nach dem Ballett führte ich sie zu ihrer gondel, ging dann nach hause mich umkleiden, nahm dann noch bey florian etwas zu mir und fuhr dann um 1/2 2 uhr auf das dampfschiff conte mittrowsky, mit dem ich vor 3 Jahren in dalmatien gewesen. und so hatte ich denn 2 recht angenehme tage in venedig verlebt, welche mir wie in einem Panorama dichtgedrängt meine ganze frühere existenz in dieser stadt wieder vorführten. selten geschieht es einem, wieder einmahl solch ein ganz unverändertes stück vergangenheit zu wiederholen. um 2 uhr fuhren wir ab, die see war noch sehr unruhig von den letzten stürmen der scirocco, so daß ich mich in meiner Bettnische mit den hän- den fest halten mußte, um nicht heraus zu fliegen, trotz dem schlief ich aber vortrefflich und ohne die geringste Anwandlung von Seekrankheit. Nach 11 Uhr waren wir im Hafen, ich stieg in dem neuen vortrefflichen Gasthofe Prince metternich ab, bis ich aber in ordnung war, wurde es 2 uhr, und da suchte ich denn vor Allem Waldstein auf, fand ihn aber weder im Bureau noch sonst wo, ging dann zu franz Wimpfen, wo ich eine stunde verplau- derte, und dann in meinem gasthofe mit morzin, hauptmann körber etc., 1 der französische thronprätendent henri graf v. chambord herzog v. Bordeaux hinkte seit einem schweren sturz vom Pferd 1841. Andrian kannte ihn wohl aus görz, wo er seit ende der 1830er Jahre lebte.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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