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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 426 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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Tagebücher426 phalen, ledebur etc. clary’s in töplitz, zwar ziemlich langweilig, doch gute leute, letzthin war ich Abends dort und machte die Bekanntschaft der jun- gen fürstinn und ihrer Ältern fiquelmont. graf fiquelmont fährt heute nach Warschau, den kaiser nicolaus zu bekomplimentiren und, wie man sagt, um die hand der großfürstinn olga für erzherzog stephan (der diese tage nach dresden kömmt) anzuhalten, mais je n’en crois rien. Beauforts sehen wir auch fast alle tage, er ist ganz ein gentleman von alt französi- scher Courtoisie. Die Frau, wie man sagt eine fière politique, sonst aber langweilig und sehr lächerlich accoutrirt. die töchter sehr jung, nicht hübsch und ganz unbedeutend. die haber’schen geschichten in BadenBaden, von denen man mir da- mals die ohren voll erzählte, haben einen tragischen Ausgang genommen. Göler und Vereffkin, der unbegreiflicherweise für Haber Parthey nahm, beydes gute Bekannte von mir, haben sich geschossen und sind Beyde ge- blieben. göler, schon tödlich getroffen, ließ sich die hand stützen und schoß seinen gegner nieder, nachdem seine Pistole 4mal versagt hatte. Bey dem leichenzuge göler’s gab es unruhen in carlsruhe, das haber’sche haus wurde geplündert etc., so daß generalmarsch geschlagen werden mußte. Und so sind zwey vortreffliche junge Leute wegen eines miserabeln Cujons gefallen, der sich selber nicht schlagen wollte.1 gabrielle und toni Waldstein begleiten mich morgen bis dresden und leipzig und kommen dann hieher zurück. mein heutiger dreißigster (leider!) geburtstag ist gestern Abends durch ein komisches transparent, welches ich vor meiner thür fand, und heute morgens durch ein déjeuner en famille gefeyert worden, wobey mir die ver- haßte Zahl 30 in allen möglichen gestalten, als ungeheures Bretzel, als Blumenkranz etc. überreicht wurde. Berlin 22. september den letzten Abend war ich noch mit gabrielle und den cousinen in teplitz im theater, ich gestehe, daß mir der Abschied von diesen letzteren ziem- lich schwer fiel, es sind ein Paar liebenswürdige herzliche Geschöpfe, die man mit jedem tage lieber gewinnt, zudem schienen sie mir sehr zugethan, und besonders caroline war in ihrer unschuldigen Zärtlichkeit manchmal so 1 dieses duell fand am 4.9.1843 statt. siehe zu dieser Affäre: georg v. sarachaga, vollstän- dige darstellung der streitsache zwischen freiherrn Julius goeler von ravensburg und herrn moriz von haber, sowie des daraus entstandenen duells des erstern mit herrn von Wereffkin, wie sie vor gericht niedergelegt wurde (mit erläuternden dokumenten) (karls- ruhe 1843); ders., Mein letztes Wort in der Sache gegen Herrn Moriz v. Haber (Stuttgart 1843), und georg von sarachaga’s vermächtniss oder neue folgen in der göler-haber’schen sache (stuttgart 1843).
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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