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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 463 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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46321. November 1843 ich betrat mit wahrer freude mein comfortables Appartement wieder und bin überhaupt nicht böse, wieder in mailand zu seyn. mit Ausnahme von Paris hat es mir an keinem der orte, den ich auf dieser reise besuchte, so wohl gefallen als hier. heute habe ich nun meine visiten beym gouverneur, montecuccoli etc. gemacht, ich fand mich bereits dem departement des grafen Paravicini (Pubblica Benefienza) zugetheilt, welches gerade nicht meine Wahl gewesen wäre, da ich gewünscht hätte, in ein interessanteres département zu kom- men. Auch fand ich hier beym Praesidium ein Paket, welches mir fruchtlos nachgeschickt worden war, es enthielt mein mémoire, welches ich im July kübeck übersandte, nebst einer Antwort desselben, welcher mir zwar unter schmeichelhaften Ausdrücken erklärt, die regierung glaube von meinen Anträgen keinen gebrauch machen zu sollen. legen wir mithin dieses zu den todten. trubetzkoi ist hier, von der unglücklichen Badener geschichte,1 Julie samoyloff ist so eben vom lande zurückgekommen. Alles ist so ziemlich beim Alten. general martini ist director der neustädter Akademie gewor- den und geht nächstens ab, Pergen dürfte auch bald fortkommen, Pallavi- cini und henikstein sind auf ein Jahr in Pavia. der plötzliche tod des armen Benzoni am thyphus, den ich gestern er- fuhr, hat mich frappirt. Auch einige andere Bekannte sind mittlerweilen gestorben. gabrielle ist in leutomischel, und es scheint, als ob sie zur kaiserinn mutter kommen dürfte,2 der hof wird erst mitte december und zwar nach venedig kommen, so sehe ich sie also nicht vor februar. [mailand] 21. november da ich erst in der nächsten sitzung nach meiner Ankunft, also am frey- tag den 10. meinen eid ablegen konnte,3 so hatte ich einige freye tage vor mir, von denen ich zwey dazu benützte, mit trubetzkoi und dem ingegnere garavaglia (welcher für ihn und für marie taglioni bey Blevio zwey vil- las baut) nach como zu fahren. obwohl wir vom Wetter nicht begünsti- get waren, so war die fahrt doch eine recht angenehme, wir wohnten bey den vigoni in Blevio, welche recht liebenswürdige leute sind, und zwar in der villa Belvedere oder crompton, und sahen die beyspiellosen boshaften verwüstungen, welche nora’s Ziehvater, der infame crompton (oder mar- 1 gemeint ist wohl das duell göler-vereffkin, vgl. eintrag v. 17.9.1843. 2 gemeint ist karoline Auguste, die vierte gattin und Witwe kaiser franz i. sie war nur ein Jahr älter als kaiser ferdinand. 3 den diensteid als neu ernannter gubernialsekretär.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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