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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Tagebücher464 quis v. townshend) in dieser schönen Besitzung angerichtet hat,1 sie gehört noch immer dem kurator dieses elenden, mr. ridgway. Auch sahen wir die mestchersky dort, sie sind gegenwärtig hier, und ich studire darauf, wie ich ihnen die honneurs von mailand machen soll, wel- ches hier schwerer ist als irgendwo, der einzige spaß, den ich ihnen machen konnte, war der, sie letzthin während der vorstellung auf die Bühne der scala zu führen. die lions sind gegenwärtig die 2 schwestern milanollo, und ich betrachte sie als wahre Phaenomene, besonders die ältere, teresa, 19 Jahre alt, wel- che ein gefühl und eine Weichheit in ihrem violinspiele hat, wie ich sie nie zuvor gehört habe. Am 10. legte ich also in versammelter sitzung meinen eid ab und über- nahm sogleich wegen Abwesenheit des gubernialrathes die leitung des départements, so daß ich in der nächstfolgenden sitzung vom 18. bereits referiren mußte, was mir nicht geringe vorbereitung kostete, jedoch gut ablief. in der politischen Welt beschäftigt jetzt vorzugsweise die geister der o’connel’sche Prozeß in dublin, die vorgänge in spanien und die großjäh- rigkeitserklärung der königinn, vor Allem aber die revolution und die demnächst bevorstehende nationalversammlung in griechenland, und in dieser Angelegenheit scheint die Allgemeine Zeitung seit lange zum ersten male alles maaß und allen politischen takt verloren zu haben, vielleicht aber nur, weil der gekrönte schafskopf in münchen aus ihr spricht.2 War auch die form nicht zu loben, so war die sache an sich doch gewiß gut, bil- lig und für die nation vortheilhaft, und auf jeden fall wäre es jetzt, da sie geschehen ist, das klügste, sie als fait accompli anzunehmen und der regie- 1 marquis george townshend war von seinem vater enterbt worden und lebte seit etwa 1808 in italien unter dem namen compton (nicht crompton, dem geburtsnamen seiner groß- mutter). in welchem verhältnis nora vigoni zu ihm stand, konnte nicht geklärt werden. 2 nachdem die irische repeal-Bewegung zur lösung der union zwischen england und irland seit dem frühjahr 1843 vor allem durch riesige volksversammlungen bedeutend zugenom- men hatte, wurde daniel o’connell gemeinsam mit weiteren führenden vertretern der Bewegung im oktober 1843 u.a. wegen störung der öffentlichen ordnung und Aufforde- rung zum verfassungsbruch angeklagt. der Prozess im Jänner 1843 in dublin endete mit schuldsprüchen und der verurteilung o’connells zu einem Jahr haft, das urteil wurde vom house of lords als Berufungsgericht im september 1844 aufgehoben und die Ange- klagten freigesprochen. nach dem sturz des regenten general espartero im Juli 1843 und der rückkehr der königin-mutter christina aus dem exil wurde die 13-jährige köni- gin isabella am 8.11.1843 von der spanischen cortes für großjährig erklärt. der Aufstand in Athen führte zum Zugeständnis einer verfassung durch könig otto (einem sohn des bayerischen königs ludwig i.), die von der dafür einberufenen nationalversammlung am 2.3.1844 verabschiedet wurde.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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