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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 483 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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48316. April 1844 unsere kinder mögen es allenfalls erreichen, wenn nur die vermaledeyte selbsttäuschende hoffnung nicht wäre, die wie ein schlechter Jud beym fenster wieder hereinschleicht, wenn man sie hat die treppe hinunter wer- fen lassen, und dann die hundsnatur im menschen, die mit etwas vorlieb nimmt, wenn sie einsieht, daß sie nicht Alles haben kann. ich habe wieder einige schandschriften gelesen, die das arme Büchlein „oesterreich und seine Zukunft“ zu tode hetzen möchten. solche gegner können ihm nur nützen, und ich habe noch keinen einzigen gefunden, der nur einigermaßen à la hauteur seines gegenstandes gewesen wäre, einen Artikel in der deutschen Allgemeinen Zeitung (23. may 1843) vielleicht ausgenommen,1 und von allen denen, die für und wider geschrieben, und ihre Zahl ist legion, hat keiner den wohlwollenden Zweck erkannt und hervorgehoben, dem die schrift ihren ursprung verdankt, bald war es ein feudalstolzer, mittelalterlicher dynast, bald ein thronenstürmender dem- agog, der sie geschrieben hatte, und nie ist einer auf die Wahrheit verfal- len, ich hätte oft lust, mit einem einfachen und bestimmten schlußworte mich einmahl noch über Alles dieses auszusprechen, aber ich sehe so wenig rechtlichkeit, soviel absichtlichen, bösartigen mißverstand in dieser ganzen fehde, daß es mich anwidert, sie von neuem anzufachen. vielleicht thue ich es doch. franz schönborn ist zu Preßburg im duell geblieben, herr v. Arnstein erschoß ihn, der streit entstand bey einer Pistolenwette und über das Wort Judenkniffe, welches sich sch. gegen A. erlaubte, es thut mir um ihn leid, doch er hat was ihm gebührte, denn es gab keinen ärgern krakeler als ihn. das wäre nun seit september der vierte aus unserer gesellschaft in Baden- Baden: göler, vereffkine, sarachaga2 und schönborn. lucile hat mir neulich aus london geschrieben, der tag ihres Auftretens ist noch ungewiß. die scala ist dieses frühjahr geschlossen und wird erst zur Zeit des congresso degli scienziati wieder aufgehen.3 in der canobbiana ist eine schändliche französische komödie, doch soll in diesen tagen mlle Anaïs vom Théatre Français auftreten. Im Teatro Ré singt Rosine Picco, aus Mexico zurückgekehrt. das tropische clima hat ihr stark zugesetzt, ihr herz ist aber immer gleich warm geblieben, im grunde ist das ebenso schön als wun- derbar, denn ich habe sie, besonders vor 2 Jahren hier in mailand, wirklich schändlich behandelt. 1 vgl. zu dieser rezension einträge v. 3.7. und 30.8.1843. 2 es handelt sich wohl um georg v. sarachaga, siehe seine schriften zur Affäre göler-haber- vereffkin bei eintrag v. 17.9.1843 3 vi. congresso degli scienziati italiani, 12.–27.9.1844 in mailand.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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