Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
Page - 514 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 514 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Image of the Page - 514 -

Image of the Page - 514 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

Text of the Page - 514 -

Tagebücher514 genommen. da ich aber zu micheli doch wieder hätte auswandern müssen, und Josika in seine Amtswohnung noch nicht einziehen kann, so lösten wir auf seinen Wunsch den contract auf. ich hätte sehr gern in einer vorstadt, auf einer Bastey oder glacis eine gartenwohnung genommen, fand aber nichts passendes. Zu micheli hoffe ich dann im lichtensteinschen hause in der herrengasse, wo das casino hinkommt, untergebracht zu werden. mein Avancement, welches bisher auf inzaghy’s tische gelegen, dürfte nun bald flott werden. ich habe heute die Petition zu lesen bekommen, welche die meisten der hiesigen schriftsteller im vorigen monat an graf kolowrat überreicht ha- ben, und worin sie um bessere regulirung der censurverhältnisse durch a. erlassung eines zeitgemäßen censurgesetzes, b. unabhängige stellung der censoren, c. gestattung des recurses gegen die entscheidungen des cen- sors bitten. sie ist von ziemlichem umfange und in sehr freymüthigen Aus- drücken und befindet sich gegenwärtig bey Sedlnitzky zu Begutachtung. ob etwas ersprießliches geschehen wird, steht dahin.1 [Wien] 10. mai der 1. may, in Wien der größte tag im Jahre, wurde von mir ziemlich still verbracht, ich hasse nichts mehr als so einen vollen lärmenden Prater oder corso oder wie er sonst heißen mag. das bin ich in italien satt geworden. niemand liebt den Prater mehr als ich, aber zu stunden wo er leer ist, z.B. am morgen oder bis zum 1. may des Abends. ich schlug jede einladung zu einem diner im Prater aus und fuhr nachmittags mit gabrielle nach Schönbrunn, um da den Hyazinthen- und Tulpenflor im botanischen Gar- ten zu bewundern. Am 3. begleitete ich gabrielle nach Brünn und blieb den folgenden tag dort, ein großes evenement für die kleine stadt, ich sah meine lie- ben schell’s seit 1839 zum ersten mahle wieder, obwohl sie behaupteten, diesen herbst mit mir auf der gloggnitzer Bahn gefahren zu seyn, ohne daß ich sie erkannt hätte. die arme Alex ist etwas alt geworden, dagegen sophie und kunigunde herangewachsen, und letztere ein außerordentlich hübsches mädchen geworden. ich brachte beyde Abende bey ihnen zu, mit schlick und seinen töchtern, deren eine die Braut eines jungen mailänders Prinetti ist, Albert Widmann, clemens gudenau etc. fritz und sidi fünfkirchen (welche jetzt auf einige tage hier sind) waren für mich voll Aufmerksamkeit und güte, die kinder, besonders die knaben, welche ich einmahl turnen sah, sind wirklich charmant. sonst sah ich noch von Bekannten: Prinz holstein, der am 4. mit seiner division in Brünn ein- 1 vgl. dazu auch eintrag v. 25.3.1845.
back to the  book „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“