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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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60120. Juli 1846 soll), und worüber er mir die merkwürdigsten Briefe etc. vorwies.1 castle’s manuscript lehnte er ab, indem er auf Phrenologie nichts gebe, es wäre denn, daß mir ein ganz besonderer gefallen dadurch geschähe, was ich aber verneinte, da ich ihn in meiner verpflichtung behalten wollte.2 Wegen fourier etc. klopfte ich bey ihm und schuselka an und hoffe, man- ches zündende Wort in sie hinein geworfen zu haben, der fruchtbarste Boden in ganz deutschland, schuselka der fertigste Bücherschreiber, campe der kühnste verleger deutschlands. Auch empfahl und zeigte ich ihnen tous- senels Werk (welches sie nicht kannten) zur wenigstens theilweisen ver- deutschung. und so fuhr ich dann, re bene gesta, dienstag den 12. auf dem dampf- boote koning Willem 2. ab, bey herrlichem Wetter und ruhiger see, und kam gegen 7 uhr Abends hier an ohne seekrank geworden zu seyn. der originelle Anblick der insel und die herrliche luft erquickten mich. Am strande fand ich Breuner und wohne mit ihm und fürst fugger Babenhausen in einem hause. [helgoland] 20. July ich führe hier ein sehr ruhiges, einförmiges leben, welches aber doch sehr eigenthümlich ist. geselligkeit gibt es wenig, denn es sind viele wirklich kranke Badegäste hier, zudem sind die Badestunden sehr verschieden, doch lernt man sich bey den gemeinschaftlichen überfahrten nach der düne, dann bey der table d’hôte kennen. Zweymahl die Woche sind Bälle im con- versationshause und sonst noch ein paar mahl soiréen mit musik. von oe- sterreichern sind hier: graf und gräfinn kufstein aus dresden, die Breu- ners und seit vorgestern Baron doblhoff. das sind denn auch so ziemlich die leute, die ich am meisten sehe. dann fugger, graf Bernstorf, preußischer gesandter in münchen und seine hübsche frau, ein sächsischer kammer- herr Baron minckwitz, die herzoginn von Anhaltcöthen aus Wien nebst hofdame gräfinn Wratislaw und kammerherrn Baron lilien etc. etc. viel interessantes gibt es übrigens unter den Badegästen nicht. ich fahre gewöhnlich nach dem frühstücke, zwischen 9 und 10 uhr, auf die düne hinüber (manchmal eine sehr stürmische und beschwerliche fahrt), nehme dort mein seebad und komme wieder zurück, was immer we- nigstens 2 stunden weg nimmt. um 3 uhr esse ich an der table d’hôte bey Peter franzen im oberlande mit den oben genannten und noch einer menge 1 Wohl georg friedrich daumer, die geheimnisse des christlichen Alterthums (hamburg 1847). 2 es handelte sich um die Analyse des nationalökonomen friedrich list, vgl. eintrag v. 10.5.1846.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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