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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 617 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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61724. August 1846 hen, wieder zu treffen, wir sprachen viel von alten Zeiten, er scheint sich sehr wenig geändert zu haben, noch immer das leichte, glückliche tempe- rament. Auf dem schiffe hatte ich ihn für einen franzosen gehalten nach seinem Aussehen und costume. Wir stiegen dann ziemlich lange mitein- ander herum, und ich begleitete ihn in die cavalleriecaserne, wo er Pferde ansehen wollte, die ställe und Pferde sind sehr schön und gut gehalten, Pferde 20 Jahre alt! dann ward er zum Prinzen von hessen gerufen. heute soll ich mit ihm und langenau in tivoli essen. [kopenhagen] 24. August unser diner neulich in tivoli fiel recht gut aus bis auf die Weine, welche weniger vortrefflich waren. es waren esterhazy, langenau, der norwegische staatsminister due, ein schöner alter herr voll geist und lebhaftigkeit, der schwedische chargé d’affaires sibbern, Baron Bentinck und ich. nach ti- sche sprach mir langenau lange von seinen Angelegenheiten. er, der seit 24 Jahren hier geschäftsträger ist, vom hiesigen hofe 4 mahl als gesandter begehrt wurde, ist nun abberufen, und vrintz wird gesandter,1 Alles um ei- ner intrigue des grafen münch willen, er weiß nun weder was er bekömmt, noch was er wird, noch wohin er kömmt. das Alles kränkt ihn sehr und mit recht. nachdem ich dann noch mit esterhazy ein paar Wagenpferde probirt hatte, die er kaufen will, kehrten wir ins tivoli zurück, wo großes fest, con- cert, gymnastische Produktionen von Arabern etc. waren. langenau stellte uns dem englischen gesandten sir W. Wynne und seiner hübschen und sehr liebenswürdigen tochter vor, in deren gesellschaft wir bis ziemlich spät blie- ben. dann ging ich mit esterhazy noch zu diesem und trank dort meinen thee. Wir erzählten uns manches aus unserer lebensgeschichte seit 1834, und es ward 1/2 1, als ich von ihm wegging. tags darauf, den 22. um 8 uhr früh, fuhr ich mit dem dampfboote isen- fjord ab, immer längs der küste hinauf: Bellevue, der thiergarten, klampen- burg, rongstedt etc., eine sehr schöne fahrt, auf der anderen seite immer die schwedische küste im Angesichte: malmöe, landscrona, die schwedische insel hveen, wo tycho Brahe lebte etc. das Boot war so klein und schwankte so entsetzlich, daß besonders wie wir in die nähe von helsingoer kamen, die Wellen oft bis über Bord schlugen und wir mehrere seekranke hatten, ob- wohl die see ziemlich ruhig war, ich hielt mich tapfer. der Anblick von hel- singör mit der magnifiquen festung cronborg mitten im sund und helsing- borg vis-à-vis war wirklich großartig, der sund wimmelte von schiffen, als 1 frh. eduard v. langenau war seit 1829 geschäftsträger in kopenhagen, er wechselte zu- rück in die militärische karriere. Zum gesandten am dänischen hof wurde frh. maximi- lian vrints ernannt.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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