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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 626 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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Tagebücher626 gesuch ist noch in verhandlung. ich hatte neulich eine lange und ziemlich interessante unterredung mit Pillersdorf, ein halbes dutzend solche männer könnten wir brauchen. [Wien] 15. september Auch mein zweytes gesuch wegen des regierungsrathes ist abgewiesen wor- den, und ich habe nun Pillersdorf erklärt, daß ich meine entlassung nehmen wolle, er hat mir wieder wie ein galgenpater zugesprochen, und einstweilen habe ich wieder einen urlaub auf ein monath genommen und gehe heute nachmittag nach Baden, wo ich eine Wohnung in der redoute genommen habe, ich freue mich auf diese Zeit, denn das Wetter ist herrlich, und wir dürften einen sehr schönen herbst bekommen. übrigens habe ich erklärt, daß ich jetzt um nichts mehr bitten könne als um meine entlassung, und daß es dann an den machthabern sey, wenn sie mich dem staatsdienste er- halten wollten, mir weitere Propositionen zu machen. ich kann kaum mehr wohin gehen, ohne wegen des Artikels in den grenzboten angesprochen zu werden, neulich brachte mich unsere dumme jeunesse dorée, edmund Zichy, toni szapary, Arthur Batthiany, rudolph kinsky etc. in verlegenheit, da sie bey Prevôt vor einer menge menschen ganz laut und öffentlich mit mir darüber sprachen, was das für folgen ha- ben würde etc. etc., übrigens nimmt alles Parthei für mich. Was wird aber erst geschehen, wenn der 2. theil erscheint, er geht rasch vorwärts, und ich hoffe, bis mitte kommenden monats fertig zu seyn. mittlerweilen fängt das gerücht von meiner entlassung im Publicum zu circuliren an, natürlich in verbindung mit meiner Autorschaft, desto besser, so habe ich den matadors das neue Jahr abgewonnen, und sie haben das odium ohne den gewinn. ils s’apercevront bientôt qu’ils ont à faire à plus fort qu’eux! emerich Bethlen, der sich endlich wieder auf die Politik geworfen hat, in 3–4 Wochen zum siebenbürgischen landtage abgeht und den Winter in Pesth zubringen will, spricht mir zu, ich solle fest halten, keinen schritt zu- rück oder entgegen thun und mich gleich von Anfang als chef de parti geri- ren. er ist mir sehr nützlich, und eine unterredung mit ihm kräftiget mich wieder auf viele tage. das übungslager bey Aspern macht jetzt viel gerede, mich interessirt das gar nicht. heute wird die naturforscherversammlung in grätz eröffnet.1 1 Tatsächlich handelte es sich um die Versammlung der deutschen Land- und Forstwirte; ebenfalls in graz hatte 1843 die 21. versammlung der deutschen naturforscher und Ärzte stattgefunden.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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