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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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67929. April 1847 der mich überhaupt mit seinem ganz besondern vertrauen ennuyirt, hat mir ein riesenmanuscript über ungarn gegeben, welches so eben in form einer denkschrift den hiesigen regierern eingereicht wurde und großen eindruck gemacht haben soll. Bey mir sammeln sich nach und nach ganze massen von schriften, Akten etc. aus allen Provinzen. [Wien] 29. April Abends übermorgen fahre ich, gott seys geklagt, nach görz, um meine geschäfte, welche immer verwickelter werden, zu débrouilliren. schon öfters schrieb man mir von dort, ich sollte kommen, aber erst die letzten nachrichten be- stimmten mich dazu. Pollencig macht lauter ungeschicklichkeiten, so daß ich nie zu einem ende kommen würde. da will ich dann wie ein donner- wetter zwischen die leute hineinfahren, langweilig ist es genug, in dieses ekelhafte nest zu müssen, gerade jetzt, wo ich soviel zu thun habe. doch hoffe ich, in 3–4 tagen fertig zu seyn und so längstens am 10. wieder hier einzutreffen. Bis dahin erwarten mich die ersten Arbeiten des böhmischen landtages und vieles Andere. ich war diese tage sehr thätig. Pulszky war hier, er hat mein Buch noch nicht bekommen, also noch nicht gelesen, wird es aber jetzt zuhause finden, er will sowie er es gelesen hat, darüber in die Allgemeine Zeitung schrei- ben. meinen vorschlag: die herstellung des verfassunsmäßigen Zustandes in den erbländern in das Programm der opposition und in die comitats- instruktionen für den nächsten landtag hineinzubringen, hat er goutirt und will dafür arbeiten, ich habe zu diesem Zwecke so eben an louis Batthyany und an Lazzi Teleki semi offizielle Episteln geschrieben, die hoffentlich von Wirkung seyn werden, natürlich sub sigillo der verschwiegenheit. leider ist emerich Bethlen eben an einer heftigen Augenentzündung krank und kann daher an allen diesen machinationen nicht theilnehmen. neulich habe ich einen scharfen Artikel an die Allgemeine Zeitung ge- schickt über die nächste Aufgabe der stände, worin ich ihnen ganz derb sage, daß sie jetzt energisch auftreten müssen, wenn sie nicht als unnützes gerümpel beyseite geworfen werden wollen.1 einen ähnlichen, auf meinen Antrieb von möring verfaßten und von mir überarbeiteten Artikel habe ich an Kuranda gesandt. Möring qualificirt sich zu einem sehr tauglichen hülfsarbeiter. die grenzboten brachten neulich wieder eine reihe Artikel über mich und mein Buch, darunter ein redaktionsartikel, mit dem ich nicht zufrieden war, da kuranda sich darin mehr als sonst auf den an- tiaristokratischen standpunkt stellt und mir dinge in den mund legt, die 1 vgl. eintrag v. 20.4.1847.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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