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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 683 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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68318. Mai 1847 einen Augenblick die lanthieris, in Prewald kam mir nina Baronio nach- gefahren, meine reisegefährten waren zum theile Bekannte: Jerningham, Bianchi, in cilly kam franz stadion dazu etc. Am 12. übernachtete ich in Grätz, wo ich Frankh zu finden hoffte, traf ihn aber erst Tags darauf am Bahnhofe, als der Zug eben abging. mit stadion sprach ich namentlich von gloggnitz bis hieher lang und viel. eltz, der in Baden einstieg, erzählte mir den tod des armen Pepi esterhazy, der mich sehr frappirte, noch habe ich mischka esterhazy nicht gesehen, um zu erfahren, was mit den beyden Briefen an Batthiany und teleki geschehen ist, die ich ihm übergab, das ist eine ernsthafte sache, car elle frise les bords de la legalité, wenigstens nach der hiesigen Auslegungsweise. Am 13. nachmittags gegen 7 uhr war ich hier und fand Pakete etc. ohne Zahl. fritz deym war hier gewesen (mit der böhmischen deputation zur leichenfeyer erzherzog carls) und hatte mir vieles mitgebracht. lamberg etc. hatten mir ebenfalls sendungen gemacht. gleich am tage nach meiner Ankunft hatte ich schon eine menge Be- suche: stifft, doblhoff, moering etc. doblhoff warnte mich vor der Polizey. diese hatte seinen Bedienten in sold nehmen wollen, welches ihm dieser aber entdeckte, und bey der hierüber stattgehabten explication kam her- aus, daß es eigentlich auf mich abgesehen gewesen war, und daß man mich eigentlich als den gefährlichsten ansieht. Auch aus andern Äußerungen (so z.B. erzählte mir gestern gabrielle, erzherzog carl ferdinand behaupte, ich hätte fritz deym und den Böhmen den kopf verdreht!!!) sehe ich, daß der Wind von dieser seite weht, um so mehr ursache für mich, nun streng in den schranken der legalität zu bleiben, damit sie mir nichts anhaben können, und sovielmöglich den lustigen guten kerl zu spielen. der böhmische landtag va son train und dürfte noch lange dauern, der Commissionsbericht über die ständischen Rechte ist mit einigen Modifica- tionen in der form angenommen worden, und fritz schwarzenberg a tourné casaque séance tenante und ist zur opposition übergegangen. lamberg hat sogar mehr gethan, als ich wollte, und hat einen Antrag auf bedingte Preß- freyheit gestellt, welcher mit einigen Änderungen angenommen worden ist – !!! die landtagsschrift darüber erhielt ich vorgestern, in fassung und styl kein meisterwerk. nur immer zu. hier sind die besten dispositionen, eine Art Wetteifer mit den Böhmen und ein durch Preußen erhöhtes selbstgefühl. meinen commissionsbericht hat kolb endlich verstümmelt abgedruckt,1 den räsonnirenden Artikel aber nicht, und das ärgert mich, doch habe ich durch moering einen ähnlichen in die grenzboten einrücken lassen, der seine Wirkung gemacht hat.2 ich ar- 1 Allgemeine Zeitung v. 5.5.1847, Beilage 995–997; vgl. auch Einträge v. 20. und 29.4.1847. 2 die grenzboten. Zeitschrift für Politik und literatur 6 (1847), i. semester, ii. Bd., 318:
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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