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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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6852. Juni 1847 hier wird der landtag am 7. eröffnet. kleyle bereitet eine motion vor, die er mir zur durchsicht mitgetheilt hat: seine majestät möchten am Bun- destage dahin wirken, daß die demselben vorliegenden Anträge wegen der Presse angenommen würden, dieselben auch hier publiciren lassen und einstweilen mildere censurvorschriften festsetzen. ob sonst von den vielen projektirten Anträgen noch etwas vorkommen wird, ist unbestimmt. stifft ist noch nicht hier, doblhoff ist nervenschwach und ängstlich geworden und meint, man solle der regierung nicht allzuscharf zusetzen, und fast alle Andern sind bloß mitläufer, aber zu einer initiative nicht zu brauchen. ich aber treibe und dränge soviel ich kann, weil ich gerade den gegenwärtigen Augenblick für sehr wichtig halte. ich bin in der letzten Zeit viel mit mir zu rathe gegangen, ob es in mei- ner rolle liege oder nicht, niederösterreichischer landstand zu werden. man wünscht es sehr, eröffnet mir auch die Aussicht verordneter zu werden, ob- wohl ich das Wie nicht einsehe, indem so eben heinrich hoyos dazu ernannt wird, Pergen eben erst seit einem Jahre fungirt, daher selbst für den fall, daß er nicht wieder gewählt würde, vor 5 Jahren keine Agnatur zu erwarten ist. ich aber bin der Ansicht, daß es meiner stellung nicht angemessen ist, als Bittender und quasi durch eine hinterthür (wegen des Besitzes) einzutre- ten, zu so etwas könnte ich mich nur verstehen, wenn ich von den ständen dagegen einen Beweis ihrer Anerkennung, z.B. eben durch eine solche Wahl, erhalten würde. ich kann bloß als chef eintreten, nicht als obskurer votant, wo ich nebstdem immer des Einflusses entbehren würde, welchen mir großer Besitz und eine lange Bekanntschaft mit den ständischen geschäften verlei- hen. unter diesen umständen werde ich also wohl für jetzt diesen gedanken aufgeben, soviel reizendes auch derselbe sonst für mich hat. ein Baron herbert aus kärnthen war neulich bey mir, um sich courage zu holen. Auch dort wollen sie sich endlich rühren und haben am 15. dieses monats eine ständische versammlung. Aus steyermark kommt frank hie- her, um sich hier als niederösterreichischer landstand einführen zu lassen etc., kurz meine lieblingsidee einer vereinbarung aller Provinzen, die ich bey keiner gelegenheit unberührt lasse, greift immer mehr Wurzeln. einen großen schritt dazu habe ich so eben gethan. Als Antwort auf meine Briefe an l. Batthyány und teleki ist am 20. vorigen monats Batthiany selbst hiehergekommen und hatte gleich am selben tage eine 3stündige un- terredung mit mir. meine vorschläge haben dem oppositions comité und namentlich dem liberalern theile desselben: teleki und kossuth, sehr ge- fallen, und es ist demnach im Programm, welches nun erscheinen soll, eine entsprechende Einschaltung gemacht worden; einen eigenen Punkt daraus zu machen war nicht mehr möglich, weil diese Punkte schon Alle am 15. märz festgesetzt worden sind. doch wollte mir Batthyány, qui en général
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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