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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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6872. Juni 1847 worden, glücklicherweise habe ich, durch doblhoff gewarnt, das praevenire gespielt, ihn gehörig instruirt, so daß ich ihm das, was er sagen soll, selbst angebe. diese saubern conferenzen amusiren mich, besonders möchte man wissen, ob keine Zusammenkünfte bey mir statthaben, und was denn Pepi esterhazy bey seinen lebzeiten bey mir machte? la pente devient glissante. die familie des erzherzog carl ist nach rovigno und gabrielle nach lösch, von da geht sie nach franzensbad, ich bin mit ihrem gesundheits- zustande nichts weniger als zufrieden. An kolb habe ich geschrieben in dem sinne, wie ich neulich bemerkte, und erwarte nun seine Antwort, der Artikel über den 4. stand erschien noch nicht, doch kann ich nicht glauben, daß er nicht noch erscheinen werde. kuranda scheint auch abfallen zu wollen, wenigstens fordert er, wie mir Welsch meldete, nunmehr bey allen Zusendungen nennung des namens, was ganz ungeschickt und ungeeignet wäre, wenn es nicht ein vorwand einer Apostasie seyn soll. das wäre eine unangenehme erfahrung. Palacky war neulich sehr lange bey mir, der mann ist bey aller gelehr- samkeit, ja sogar genialität unpraktisch und sieht alles heil in der errich- tung böhmischer schulen. meine entlassung habe ich endlich in zwey Worten vom mailänder gu- bernium. g. neipperg und m. Berchtold sind fort, letztere führte ich ei- nes mittags mit Bewilligung des fürsten louis lichtenstein in sein neues Palais, welches das vollkommenste ist, was ich noch gesehen habe, nur kunstwerke fehlen, einen edlern geschmack gibt es hier nun einmal nicht. neulich ging ich zu hofrath Pederzani, um ihm spangher zu empfehlen, welcher Advocat in görz zu werden wünscht und es seitdem auch geworden ist. Pederzani schien sehr geschmeichelt und erfreut meine Bekanntschaft zu machen, sprach mir von meiner schrift und sonach von unseren Zustän- den in so trostloser, erbitterter Weise, daß es mich momentan ordentlich erschütterte. Wenn die gescheidten den muth verlieren und am vaterlande verzweifeln, was soll dann geschehen? und doch stehen die Aktien immer günstiger für uns, das prächtige, fe- ste und ruhige Benehmen des preußischen landtags macht allerseits den überraschendsten eindruck. Pepi Althann hat mir neulich von Berlin eine masse denkschriften, Ausschußberichte, Petitionen etc., die er als glied der Herrencurie erhielt, mitgebracht, alles vortrefflich und gediegen, be- sonders die vorlagen der regierung. vor einer solchen regierung habe ich respekt, ihr Beyspiel beweist aber auch, welch eine masse von ressourcen die intelligenz einer regierung eröffnet, sowie das Beyspiel der unsrigen das gegentheil darthut. mein alter freund valentin esterhazy war einige tage aus stockholm hier, ist aber nun zu seiner mutter nach italien abgereist.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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