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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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68922. Juni 1847 Ausführung kommen. Weniger lärmen haben sie freylich gemacht als die böhmischen, welche ein volles monath saßen, und wo mit einer großen Bit- terkeit verhandelt wurde, und ich kann es nicht läugnen, daß es mir in die- sem Augenblicke besonders um den lärmen zu thun ist. doblhoff hat sich dießmal, namentlich in der Preßsache, ziemlich lau gezeigt, sollte er auch schon überholt seyn? In diesen Tagen waren Frank und Mandell hier und fleißig bey mir. Wir haben das nöthige besprochen, und ich habe ihm [sic] verschiedene mate- rialien mitgegeben. eine gemeindeordnung wird nun auch in steyermark vorgeschlagen werden, und ebenso habe ich es für kärnthen mit Baron herbert, welcher hier und bey mir war, verabredet. unsere ständischen Angelegenheiten sind bereits in das Programm der ungarischen opposition aufgenommen, und ich erwarte täglich teleki und Batthyany, um das Wei- tere zu veranlassen, so wäre denn das Wichtigste gethan, die instruktion für die comitate ist nun sogut als abgemacht, wieder eine idee meines 2. theiles verwirklicht, ich hoffe, ich habe darin die geschichte unserer Zu- kunft geschrieben. Auch ein Pole, georges lubomirski, war neulich mit Professor neumann bey mir, doch blieb ich ziemlich kalt und fremd, so unerhört und beyspiel- los auch die armen Polen leiden, so erfordert es doch die klugheit, jede gemeinschaft mit ihnen von der hand zu weisen, es ruht zu viel haß auf diesen unglücklichen leuten. lamberg war neulich in leipzig, um mit kuranda zu sprechen,1 dieser sandte mir durch ihn Adressen etc., scheint also nicht abtrünnig gewor- den zu seyn. lamberg, Breuner, hoyos, fries, etc. bilden sammt mir im casino den noyau einer politischen Partey, zu welcher auch noch fast alle ungarn gehören, und die langsam aber dennoch zunimmt. c. reischach, trautmansdorf, lodron, festetics, Wallis etc. dagegen bilden die altöster- reichische, d.h. stockdumme Partey, und zwischen ihnen stehen die lang- weiligen geistreich seyn wollenden farblosen raisonnneurs: lato Wrbna, eugène kinsky und wohl auch zum theile mein special emerich Bethlen, den ich übrigens vortrefflich brauchen kann. So lange wir keine Weiber für uns haben, wird es nie gut werden. lorchen schwarzenberg könnte ich brauchen wie einen Bissen Brot. [Wien] 22. Juny das ist eine agitirte Zeit, und ich werde froh seyn, wenn die geschäfte mir erlauben werden, von hier auf einige Zeit wegzukommen. 1 vgl. dazu die grenzboten. Zeitschrift für Politik und literatur 6 (1847), i. semester, ii. Bd., 417–421: die böhmischen stände gegen die Zensur. vortrag des fürsten lamberg.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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