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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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69516. Juli 1847 eine laus in den Pelz gesetzt haben. ich hatte neulich mit ihm eine sehr lange conversation bey Prevôt und dann auf der straße. der mann meint, hinter den böhmischen Ständen stecke der Panslavismus, und findet die ständischen Bestrebungen höchst unvernünftig, weil bey einer reorganisi- rung des ständischen institutes sie aufhören würden, stände zu seyn! Also weiter hat er es noch nicht gebracht. Wieder ein todter mehr. die Akademie hat sich constituirt und hammer zum Präsidenten ge- wählt, eine Wahl, welche von unabhängigkeit zeugt und ihr ehre macht. von meinem 2. theile ist bereits eine französische übersetzung erschienen, die ich aber noch nicht sah. gabrielle schreibt mir von franzensbad, daß man sehr viel von mir spreche, der hofbuchhändler dunker in Berlin bath sie, mir für die Zukunft seinen verlag anzutragen etc. von der selbst, tant bien que mal, angefertigten übersetzung des unga- rischen Programms habe ich schon mehrere Abschriften vertheilt, denn die sache muß circuliren. mit casimir Batthyany hatte ich mehrere unterre- dungen. diese Angelegenheit steht für mich jetzt im vordergrunde. mandell hat mir neulich eine menge schriften etc. aus steyermark von frankh gebracht. vor einigen tagen aß ich in vöslau bey fries an einem superben tage und in recht angenehmer gesellschaft. es ist jetzt ein lang- weiliger däne, Baron Phessen [?] hier, welcher sich mir aufführen ließ und bey einer merkwürdigen unwissenheit über unsere Zustände dennoch Al- les ab ovo wissen möchte. [Wien] 16. July heute nachmittag fahre ich über Prag, dresden etc. ab, ende August oder Anfang september bin ich wieder vielleicht über ischel zurück. die schrift der böhmischen stände von 1790 lasse ich zuhause, zuviel auf einmal wäre nicht gut, besonders da deym und Bergenthal ohnehin den verfassungs- streit publiziren werden. ich habe neulich darüber an deym eine lange epistel geschrieben. Auch louis Batthyany habe ich geantwortet, begehrt, daß die sache nun aus dem stadium der theoretischen und litterarischen Besprechung heraus und auf das praktische feld direkter Anträge und in- struktionen trete, und ihn zugleich gewarnt, ja nicht uns gegenüber den ton politischer überlegenheit oder eine Protektormiene anzunehmen, wie Pulszky zu wollen scheint, indem dadurch Alles verdorben werden könnte. mein Artikel in der Allgemeinen Zeitung macht hier und in ungarn viel Aufsehen und findet wenigstens dort allgemeinen Beyfall. Das Wichtigste, was in diesen Tagen vorfiel, ist, daß ich vorgestern ein schreiben erhielt, welches mich einlud, beym Polizeydirectionsadjuncten Born zu erscheinen. gestern war ich dann dort, und Born, der mir ein sehr höflicher braver Mann schien, erklärte mir, er sey durch ein ellenlanges
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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