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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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7071. September 1847 Wetter auf, so denke ich übermorgen abzureisen, mich bloß in heidelberg einige stunden aufzuhalten und dann in einem bis köln zu fahren, wo ich einen Brief kurandas finden werde. dieser wünscht nämlich sehr, mit mir irgendwo zusammenzukommen, und ich habe ihm meine Pläne mitgetheilt und erwarte nun seine Antwort. Wahrscheinlich fahre ich dann wieder nach leipzig, um zu sehen, wie es denn mit Jurany steht, denn der kerl schickt nichts und antwortet nicht. Auch varnbüler hat mir die versprochenen Ak- ten etc. nicht geschickt, ich schrieb ihm dann gestern, um ihn zu bitten, seine sendung nach heinersreuth zu addressieren. gustav lerchenfeld war mit seinen drey schwestern einen Abend hier, er kömmt schon am 1. nach hause und wird vielleicht schon am 10. fort müssen, indem ein außerordentlicher landtag für den 14. september berufen werden soll, das änderte denn meine Projekte insoferne, als ich nun früher nach hei- nersreuth zu kommen gedenke, als ich im sinne hatte. da ich lerchenfeld nur ganz kurz sah, so konnte ich nicht viel Anderes mit ihm sprechen. mit closen war ich noch ein paar tage viel zusammen, er kaufte hier mei- nen 2. theil und las ihn in einem tage durch, auch machte er mich mit ne- benius, leider nur im fluge, bekannt. gestern las ich mich in der karlsruher Zeitung unter den merkwürdigen Personen aufgeführt, welche sich eben jetzt hier aufhalten!! gestern Abends im salon schoß ein junger mensch (von hier) 5 schritte von mir mit einer terzerole sich ins gesicht und warf, als die Pistole ver- sagte, sie dem roulettebanquier ins gesicht, er wurde gleich hinausgeführt, und ein engländer, mr. shepard, sagte zu mir: mais c’est diablement uncom- mode, il pouvait nous salir, pourquoi ne fait-il pas cela chez lui? der grund war, daß er 40 fl. in der Bank verloren hatte. gestern morgen schnitt sich ein franzose den hals ab, man weiß aber nicht, ob des spieles wegen. ich habe endlich Briefe aus Wien erhalten, darunter welche, die seit dem 10. hier lagen, vortreffliche Postanstalt, nichts neues als eine große ge- schichte zwischen flore und khevenhüller, in deren folge flore wegbegehrt hat, doch hoffe ich, daß sich die sache aplaniren werde, ich möchte nicht, daß meine schwestern gerade jetzt ursache zu gerede und unzufriedenheit gäben. dahlmann ist auf reisen, ich werde ihn also nicht treffen. ich gehe ungern weg. das leben gefiel mir hier immer besser. die nähern Bekanntschaften die ich machte, sind außer den schon genannten: Bystram, der Begleiter der gräfin ida hahnhahn, der närrische maltzahn. frankfurt a/m. 1. september Abends die 2 letzten tage, die ich in Baden zubrachte, goß es unaufhörlich in strö- men, was überall unangenehm, in Baden aber unausstehlich ist. einen
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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