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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I
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Page - 723 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume I

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72330. Oktober 1847 passirten, indem jenseits gejagt wurde. die gesellschaft war ziemlich ange- nehm: carlos kinsky und Weidenheim aus Prag, Breuners, crenneville etc. geschossen wurde zwar nicht viel, ich habe eine dunkle Ahnung, ein thier und einen fasan geschossen zu haben. doch waren die Abende nach den co- piosen und vortrefflichen diners recht lustig, wozu besonders der närrische c. kinsky beytrug, weniger lustig waren die nächte im Jagdhause, da wir unser 10 in einem Zimmer mittlerer größe und zwar auf der streu schlafen mußten. Wir jagten in diesen Auen am 18., 19. und 20., blieben also zweymal drüben über nacht, am 20. Abends kamen wir wieder nach Zwentendorf zu- rück und in damengesellschaft. tags darauf dauerte die Jagd fort, ich blieb aber zuhause und wartete das dampfschiff ab, welches endlich, nachdem 2 schiffe uns vor der nase vorübergefahren waren, gegen 4 uhr ankam. An Bord fand ich fürstinn thérèse [esterházy] und niki szapary und war nach 6 zuhause. in Zwentendorf erfuhr ich durch kinsky egberts verlobung mit der ma- gnifiquen christiane nostitz, was mich zwar sehr freute, jedoch befürchten macht, daß ihn dieß von seinen politischen Beschäftigungen abziehen werde, der kerl ist, wie ich aus seinen Briefen sehe, verliebt wie eine katze. Bey meiner Ankunft hatte ich kaum Zeit mich umzukleiden, indem fritz deym und fritz thun mich unten bey Prevôt erwarteten. deym war am sel- ben tage angekommen und ist noch hier, geht aber glaube ich morgen weg. daß wir nun in diesen tagen beynahe täglich Zusammenkünfte hatten, versteht sich, bey ihm, bey mir, bey doblhoff etc. im casino, wo er mir am bequemsten und bey seinem eminenten talente zum reden und Proselyten- machen am meisten an seinem Platze gewesen wäre, hat er sich leider kaum ein paarmal blicken lassen, weil Breuner mit seiner derben taktlosigkeit, die mich, der ich ihn eingeschrieben hatte, sehr ärgerte, ihm ins gesicht behauptete, er als hausbesitzer in Wien könne nur als mitglied oder gar nicht eintreten. da ich das casino als ein politisches terrain ansehe und behandle, so sind mir alle diese pedantischen erschwerungen zuwider, be- sonders wenn sie einen menschen wie deym, und noch dazu in diesem Au- genblicke, disgustiren. übrigens waren unsere Besprechungen voll lebhafter discussion, denn er hat bey allen hiesigen ständeführern, mit denen er in meiner gegenwart und sonst sprach, doblhoff, hoyos, schmerling, stifft, fries etc. dieselbe An- sicht gefunden, welche ich ihm als die meinige mitgetheilt hatte, eine über- einstimmung, die mich aus mehr als einem grunde freute. er aber beharrte eigensinnig auf seiner meinung, ja, sanguinisch wie er es im höchsten grade ist, hat ihn die so eben erfolgte ernennung carls lobkowitz zum hofrathe und vorstande eines eigens für die ständischen Angelegenheiten der erb- lande bey der hofkanzley neu errichteten départements mit triumph er-
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
I
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
744
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

Table of contents

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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