Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Page - 230 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 230 - in Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938

Image of the Page - 230 -

Image of the Page - 230 - in Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938

Text of the Page - 230 -

230 Das Invalidenentschädigungsgesetz 8.5 Neue Bestimmungen 8.5.1 Die Geldleistungen : Komplexes Berechnungsmodell Zu Recht kann eingewendet werden, dass die entscheidende Frage jenseits dieser for- malen Verbesserungen  – vor allem mit Blick auf die Betroffenen  – wohl eine andere ist, denn diese waren verständlicherweise in erster Linie an der Höhe der Zahlungen in- teressiert. So wurde der Maßstab, an dem sich das Gesetz in der Praxis messen würde müssen, bereits in der Regierungsvorlage ausgesprochen : „Der Erfolg des Gesetzes wird selbstverständlich in erster Linie davon abhängen, ob das Maß der Vergütungen, insbesondere der Renten, billigen Anforderungen, die vom Standpunkte des Versorgungsbedürfnisses gestellt werden können, entspricht.“61 Wie sahen also die Bedingungen aus, die erfüllt werden mussten, um in den Genuss einer der Leistungen zu kommen, welche Kriterien beeinflussten die Rentenhöhe  – und vor allem : erlaubten die Renten in der gewährten Höhe ihren Beziehern und Bezieherinnen ein Auskommen, entsprachen sie den „billigen Anforderungen“, die an ein Versorgungssystem gestellt werden durften ? Um sich der Beantwortung dieser Fragen zu nähern, müssen zunächst jene Bereiche des Gesetzes betrachtet werden, die die Berechnung der Rentenhöhe tatsächlich festlegten. Welche Parameter wurden also herangezogen, um die Bemessung der Rente im Einzelfall vorzunehmen ? Die Verknüpfung der Rentenhöhe mit den militärischen Parametern Dienstrang und Dienstzeit  – jener Punkt, den viele bereits während des Krieges besonders kri- tisch beurteilt hatten  – war mit dem IEG ja aufgegeben worden, weil sich das Gesetz nun explizit der Wehrdienstpflichtigen annahm und Berufsmilitärs zunächst außen vor ließ. Es bildete daher, wie bereits angedeutet, der infolge der Verwundung oder Er- krankung festgestellte Grad der Einschränkung, einer „bürgerlichen Erwerbstätigkeit“ den alleinigen Maßstab zur Bewertung des gesetzlich abzugeltenden Schadens. Zur tatsächlichen Festlegung der Rentenhöhe wurden aber weitere Parameter definiert, die verschiedene Aspekte der persönlichen Lebensumstände des Geschädigten im Einzel- fall berücksichtigen sollten. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Rentenhöhe von vier Faktoren beeinflusst wurde : 1. vom Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) des Geschädigten (§ 9), 2. vom Wohnort des Geschädigten vor seiner Verwundung (§ 12), 3. von der Vorbildungsstufe des Geschädigten (§ 12), 61 Sten. Prot. KN, II. Session, 1919, Beilage Nr. 114, S.  2.
back to the  book Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938"
Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Wundes des Staates