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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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272 Die Invalidenbewegung geschehen, damit „jegliche Beunruhigung der Invalidenschaft und jeder Schein, als ob vielleicht ein staatlicher Eingriff in ihre Selbständigkeit beabsichtigt oder im Zuge wäre, zuverlässig vermieden werde“.79 Das Ergebnis der Sondierungen lag erst um die Jahreswende 1919/1920 vor und ergab ein heterogenes Bild. Neben den Zweigvereinen des Zentralverbandes, der mit zahllosen Ortsgruppen in allen Bundesländern auch auf lokaler Ebene vertreten war und in seinen Reihen die allermeisten Kriegsbeschädig- ten vereinigte, gab es auch Verbände christlicher oder kommunistischer Ausrichtung, Vereine kriegsbeschädigter Berufssoldaten, Vereine, die ausschließlich Kriegerwitwen (und -waisen) vertraten, sowie Veteranenvereine, die zwischen Kriegsbeschädigten und gesunden Kriegsheimkehrern nicht unterschieden.80 Vor dem Hintergrund der weiteren Entwicklung und der Tatsache, dass die österrei- chische Politik der Zwischenkriegszeit in allen Bereichen eine scharfe Fraktionierung in ein sozialdemokratisches und ein christlichsoziales Lager erlebte, ist vor allem auf eine Gründung besonders hinzuweisen : Ende August 1919 wurde  – unter der Patro- nanz des christlichsozialen Unterstaatssekretärs im Staatsamt für soziale Verwaltung, Josef Resch,81  – der Verband christlicher [Heimkehrer,] Kriegsinvalider, Kriegerwitwen und -waisen Deutschösterreichs ins Leben gerufen, womit erstmals ein christlichsoziales Gegenstück zum Zentralverband entstanden war.82 Der schon seit März 191983 exis- tierende Verband christlicher Heimkehrer und Invaliden hatte zwar die Invaliden im Titel geführt, war aber ein reiner Heimkehrerverband gewesen. Der neue christlichsoziale Verein konzentrierte sich jetzt stärker auf die Kriegsbeschädigten.84 Seine Tätigkeit 79 Ebd., Kt. 1559, Sa 44, 23874/1919, StAfsV an PDion Wien v. 27.8.1919. 80 Vgl. die umfangreichen Listen, die den Stand in der zweiten Jahreshälfte 1919 abbilden ; ebd., Kt. 1559, Sa 44 ; vgl. auch Tabelle 7 im Anhang. 81 Josef Resch (*1880, †1939), christlichsozialer Politiker, 1919/1920 Unterstaatssekretär im Staatsamt für soziale Verwaltung, später (bis 1933) Sozialminister ; http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.r/ r520761.htm (Abfrage : 16.9.2011). 82 Die konstituierende Sitzung fand am 25.8.1919 im christlichsozialen Arbeiterverein Wien VII statt ; Ver- einssitz war in Wien IV, Große Neugasse 8 ; AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2864 (Reichsbund der Kriegsopfer Österreichs), RB an PDion v. 27.8.1919. 83 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1366, 11835/1919. 84 Präsident des am 25.8.1919 gegründeten christlichsozialen Kriegsbeschädigtenverbandes war Major Theodor Pohanka, der auch dem Verband christlicher Heimkehrer und Invaliden schon vorgestanden war ; ebd., Kt. 1559, Sa 44. Organ der neuen Vereinigung wurde die Zeitung Soldat und Volk, die nun den neuen Namen Neues Leben. Zeitschrift für Heimkehrer, Invalide, Kriegerwitwen und -waisen erhielt und schon vom Verband christlicher Heimkehrer und Invaliden als Verbandsorgan benutzt worden war ; dessen Gründung hatte im März 1919 dazu geführt, dass die Zeitung sich seit damals im Untertitel „Offizielles Organ der christlichen Heimkehrer und Invaliden“ nannte ; Neues Leben, Nr. 12 v. 21.3.1919 ; Nr. 22 v. 15.8.1919. Zur konstituierenden Versammlung des Verbands christlicher [Heimkehrer,] Kriegsinvalider, Kriegerwitwen und -waisen Deutschösterreichs vgl. auch ebd., Nr. 24 v. 1.10.1919, S.  5. Der neue  – auf
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
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