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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 202 -
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202 von Choczim einen Theil der Donaufürstenthümer und am rechten Flügel drang Vnkassovich bis Cettinje vor. Dagegen wurde die Hauptarmee auf einem weitläufigen Cordon verzettelt; statt an die gewünschte Belagerung von Belgrad schreiten zu können, sah sich der Kaiser durch die entgegengesetzte Meinung des Kriegsrathes auf die Vertheidigung der Grenze beschränkt. Und nicht einmal diese wnrde behauptet; ungestraft fielen die Türken in das Banat ein. Körperlich gebrochen und auf das tiefste verstimmt, verließ endlich Josef den Kriegsschauplatz, doch nicht eher, als bis die Türken den Rückzug bewerkstelligt hatten und bis die Lagerseuche, die unter den Truppen herrschte, auch ihn befiel. Josef wünschte unter diesen Umständen die Wiederherstellung des Friedens, aber Kaunitz drängte zur Fortsetzung des Krieges und zur Erneuerung des Bündnisses mit Rußland, welches in der That 1789 auf weitere acht Jahre erstreckt ward. An dem zweiten Feldzuge (1789) nahm Joses nicht mehr persönlich theil. Der nnans- gesetzten aufreibenden Thätigkeit eines rastlosen Geistes war endlich der an sich nicht allzu kräftige Körper erlegen. Im April stellte sich ein Bluthusten ein. Zwar erholte sich Josef so weit, daß er das Zimmer wieder verlassen und im Mai nach seinem geliebten Laxenbnrg übersiedeln konnte, wo er, unter den prächtigen Kastanienbäumen sitzend, die balsamischen Sommerlüfte in seine wunde Brust einsog. Im Herbste kehrte er in die Hofburg in Wien zurück, die er lebend nicht mehr verlassen sollte. Trotz zunehmender Krankheit verfolgte er noch von seinem Schmerzenslager aus mit steter Aufmerksamkeit den Gang der Ereignisse auf dem Kriegsschauplatze, wo damals Coburg, mit Snwarow vereint, den glänzenden Sieg bei Fokschani am Rimnik erfocht, während den Befehl über die Hanptarmee des Kaisers der alte Laudon übernahm. Die Einnahme Belgrads durch diesen war der letzte Lichtstrahl, der Josefs sturmbewegten Lebensabend erhellte. Sonst aber schien sich Alles gegen den unglücklichen Kaiser verschworen zu haben. Der König von Schweden griff die Russen an. Gegen Josef nnd die Czarin bildete sich eine Allianz Preußens mit den Seemächten zu dem Zwecke, die voraussichtlichen Eroberungen der kriegführenden Mächte zu verhindern. Selbst mit den Polen setzte sich Friedrich Wilhelms II. Minister Hertzberg in Verbindung, iudem er in der sogenannten Patrioten- partei die Hoffnung anf die Wiedergewinnung Galiziens weckte. „Und in dieser Lage", schrieb damals Kauuitz an Merey, „haben wir auf der eiueu Seite einenAlliirten(Rußland), der schon jetzt in einen doppelten Krieg (mit der Türkei und Schweden) verwickelt ist; auf der anderen Seite haben wir eiueu Alliirteu, bei dem es so weit gekommen ist, daß dessen Ministerium nicht einmal mehr wagen darf, vor der Nationalversammlung den Namen unserer Allianz laut auszusprechen." Denn schon erhob im Westen Europas die französische Revolution gewaltig nnd drohend ihr Haupt; schon trieb der Stnrm die ersten Keime ihrer Ideen in das benachbarte Belgien hinüber.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild